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Sicherheitskonzept: Passagier-Überwachung per RFID

16.10.2006 | 12:51 Uhr |

Die BBC berichtet über ein neues Sicherheitskonzept, durch das die Sicherheit an Flughäfen erhöht werden soll. Dabei sollen Passagiere bereits am Check-In einen RFID-Tag erhalten, spezielle Kameras können dann die genaue Position der Fluggäste ermitteln und dabei helfen, Verdächtigen den Zutritt zu Sicherheitsbereichen zu verwehren.

RFID-Tags lassen sich nicht nur auf Milchtüten oder Windelpaketen im Supermarkt einsetzen, sie könnten künftig auch die Sicherheit an Flughäfen erhöhen. Davon sind die Wissenschaftler des Projekts Optag überzeugt. Dabei sollen Passagiere bereits am Check-In mit einem RFID-Tag ausgestattet werden, über den dann zu jeder Zeit die Position der zugehörigen Person festgestellt werden kann. Hierfür kommen spezielle Panorama-Kameras zum Einsatz, die RFID-Tags auslesen können, berichtet die BBC .

Laut Bericht sollen auf den Tags keine persönliche Daten gespeichert sein, sondern eine - über die Check-In-Rechner der Fluggesellschaften - dem Fluggast zuordenbare ID. Zusammen mit den Videobildern der Kameras entstünde so ein "mächtiges Überwachungssystem", so Dr. Paul Brennan, Chef des Projekts Optag.

Ein Prototyp dieser Technik soll auf dem Flughafen von Debrecen in Ungarn getestet werden. Sollte dieser Test erfolgreich sein, könnte das System innerhalb der nächsten zwei Jahre marktreif sein. Allerdings müssen zuvor noch einige Probleme aus dem Weg geräumt werden. Unter anderem muss laut Bericht sichergestellt werden, dass die Tags nicht einfach mit einer anderen Person getauscht werden können. Auch der Eingriff in die Bürgerrechte muss ausreichend geprüft werden.

Um Kritikern von vorneherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, verweisen die Macher des Systems auf weitere, durchaus nützliche Möglichkeiten. So könnten beispielsweise auf dem Flughafengelände verlorene Personen wie etwa kleine Kinder schnell aufgefunden werden. Auch bei Evakuierungen - beispielsweise im Falle eines Brandes - könnten Personen, die sich selbst nicht mehr retten können, durch Optag gefunden und so gerettet werden (sofern die Stromversorgung der Kameras noch gewährleistet ist). Und auch das für Fluggesellschaften leidige Problem der zum Boarding zu spät eintrudelnden Passagiere könnte durch die Technik gelöst werden.

Auf der anderen Seite würden die Menschen erneut ein Stück Eigenständigkeit verlieren und müssten in Flughäfen künftig damit leben, überall und zu jeder Zeit beobachtet werden zu können. Und ob auf Grund der Bewegungsmuster eines Passagiers auf dem Flughafengelände Rückschlüsse gezogen werden können, ob dieser ein Terrorist oder anderweitig gefährlich ist, sei einmal dahingestellt.

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