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Sicherheitsfunktion in Vista wird Anwender nerven

18.05.2006 | 15:11 Uhr |

Vor allem die Tester der Beta 2 werden eine robuste Maus benötigen, um Abfragen wegzuklicken.

In den nächsten Wochen, womöglich bereits in der kommenden, beginnt ein öffentlicher Beta-Test von Windows Vista, dem Nachfolger von Windowx XP. In Vista erhalten Standardbenutzer mehr Rechte und können auch administrative Aufgaben nach Eingabe von Benutzername und Passwort eines Administrator-Kontos ausführen.

Microsoft will bei Vista die Sicherheit vor Malware und anderen Angriffen verbessern. Dazu sollen die Benutzung normaler Anwendungen und administrative Aufgaben stärker getrennt werden. Software-Entwickler sollen ihren Anwendungen möglichst beibringen, mit den erweiterten Rechten des Standardbenutzers auszukommen. Eingeschleuste Malware soll sich nicht mit den vollen Rechten des als Administrator angemeldeten Anwenders ausbreiten können.

Damit das so funktioniert, hat sich Microsoft den so genannten Benutzerkontenschutz (User Account Control, UAC) ausgedacht. Immer wenn ein Vorgang ansteht, den Microsoft zu den administrativen Aufgaben zählt, erscheint eine Sicherheitsabfrage und der Anwender muss die Ausführung durch Eingabe des Admin-Passworts bestätigen. Aufgaben, die Admin-Rechte erfordern, werden in Vista durch ein kleines Symbol kenntlich gemacht, das dem Schild aus dem Sicherheits-Center von XP ähnelt.

Mit der Abschaffung der Hauptbenutzer erhalten Standardbenutzer unter Vista mehr Rechte. Sie dürfen zum Beispiel Einstellungen für die Anzeige und die Energiesparoptionen verändern sowie Drucker und andere Geräte installieren, die eine Treiberinstallation erfordern. Sie dürfen ferner neue Schriftarten hinzufügen und mit einem UAC-kompatiblen Updater auch Software-Aktualisierungen herunterladen und installieren.

Zu den Aufgaben, die nur ein Administrator ausführen darf, zählen weiterhin die Installation von Software, das Partitionieren von Festplatten und das Software-Management im Netzwerk. Die Defragmentierung von Datenträgern hingegen läuft als automatischer Prozess und muss nicht vom Anwender angestoßen werden.

Der Benutzerkontenschutz kann gerade bei der Arbeit mit älteren Programmen, die nicht an Vista angepasst sind, zu ständigen Meldungen führen, die ein flüssiges Arbeiten behindern. Viele Programme benötigen etwa Schreibrechte im Programm-Verzeichnis, weil sie Konfigurationsoptionen nicht im Benutzerprofil speichern. Diese Berechtigung haben jedoch nur Administratoren, weshalb solche Programme nur als Admin benutzbar sind. Vista wird also auch zeigen, welche heutigen Anwendungen bereits sinnvoll mit Benutzerrechten umgehen.

Da Microsoft sich davor scheut diese alten Zöpfe abzuschneiden, werden vor allem die Beta-Tester mangels angepasster Programm-Versionen damit leben müssen. Sie werden ähnlich wie heute bei manchen Desktop Firewalls häufig Warnmeldungen von Vista im Wechsel mit Fehlermeldungen von Anwendungen wegklicken müssen. Früher oder später werden sie nach Möglichkeiten suchen, den Benutzerkontenschutz abzuschalten oder auszutricksen - und sie mutmaßlich auch finden.

Microsoft: Benutzerkontenschutz - User Account Control

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