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Sicherheitsbedenken beim M-Commerce

22.02.2001 | 11:54 Uhr |

Der mobile Handel über Handy, Handheld oder Palm ist nicht mehr aufzuhalten. Doch noch halten Sicherheitsbedenken beim Bezahlen über mobile Geräte viele Verbraucher von dem neuen virtuellen Marktplatz fern.

Der mobile Handel über Handy, Handheld oder Palm ist nicht mehr aufzuhalten. Doch noch halten Sicherheitsbedenken beim Bezahlen über mobile Geräte viele Verbraucher von dem neuen virtuellen Marktplatz fern.

Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Boston Consultant Group sind neben den derzeit hohen Kosten und niedrigen Übertragungsraten die Sicherheitsbedenken ein Hauptgrund für Handybenutzer, bislang auf den mobilen Handel (M-Commerce) zu verzichten. Experten sind sich deshalb einig, das die unbedingte Voraussetzung für alle künftigen Zahlungsvorgänge im mobilen Internet ein allgemein akzeptierter Standard für eine elektronische Signatur ist.

Derzeit entwickeln zwei konkurrierende Konsortien unterschiedliche Standards, die den fälschungssicheren Datenaustausch zwischen dem Mobiltelefon des Verbrauchers und dem jeweiligen Unternehmen ermöglichen sollen. "Msign" und "Mo-Sign" lauten die geheimnisvollen Namen der Projekte.

Hinter "Msign" verbirgt sich ein Zusammenschluss verschiedener Mobilfunkanbieter wie D-1, D-2 und Viag Interkom. Die digitale Unterschrift ist dabei auf der SIM-Card im Handy gespeichert. Für das Bezahlen soll der Kunde einfach seine Handynummer angeben und die Transaktion durch Eingabe einer Geheimzahl bestätigen. Die Abbuchung des Betrages erfolge dann entweder über ein Kreditkartenkonto oder zusammen mit der Telefonrechnung.

Einen Schritt weiter geht Konkurrent "Mo-Sign". Die von der Deutschen Bank ins Leben gerufene Projektgruppe, an der verschiedene Unternehmen wie Ericsson, Microsoft, Siemens und Materna beteiligt sind, setzt auf die so genannte Smartcard. Auf dieser scheckkartengroßen Karte soll die elektronische Unterschrift verschlüsselt vorliegen und zusätzlich bei einem Trustcenter hinterlegt werden. Erst nach Authorisierung kann ein Kauf mobil durchgeführt werden. Nachteil der Smartcard: Sie passt in kein Handy, sondern nur in einen speziellen Organizer, der für die Transaktion mit dem Handy verbunden werden muss.

Künftig wird die mobile Kommunikation jedoch noch weitere Hindernisse überwinden müssen. Noch sind die meisten Handys gegen Computer-Viren immun. "Das wird sich aber innerhalb eines Jahres ändern", so Christoph Fischer vom Virentest-Zentrum Karlsruhe. "Die Telefone der Zukunft werden E-Mail-Zugang und Organizer-Funktionen haben. Der Datenaustausch und damit auch die Gefahr von Virenbefall werden beträchtlich zunehmen". (PC-WELT, 22.02.2001, dpa/ mp)

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