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Sicherheits-Risiko: USB-Stick, iPod, MP3-Player und Smartphone

27.04.2006 | 11:46 Uhr |

Was haben USB-Sticks, iPods und Smartphones gemeinsam? Sie sind ein Sicherheitsrisiko für Unternehmen. Das meinen zumindest Experten, die eine Sicherheitsstudie auswerteten, die im Auftrag der britischen Regierung durchgeführt wurde.

Mobile Geräte können zur Preisgabe beziehungsweise zum Verlust vertraulicher Daten führen. Und obendrein Malware in Unternehmensnetzwerke einschleusen. Das ist das Ergebnis einer neuen Sicherheitsstudie, die die Regierung Großbritanniens in Auftrag gegeben hat.

Demnach ergreift rund die Hälfte aller befragten Unternehmen keine Maßnahmen, um die Datensicherheit auf solchen Kleingeräten und mobilen Datenspeichern zu gewährleisten, wie BBC online berichtet. Sicherheitsfirmen wittern hier einen neuen Markt. Die Sicherheitsexperten arbeiten an jetzt an Techniken, wie man diese Schwachstellen schließen kann.

Dabei denken die Sicherheits-Fachleute an zwei Risiko-Potenziale: Einmal den Verlust beziehungsweise die ungewollte Verbreitung von Firmengeheimnissen und zum anderen das Einschleusen von Malware über mobile Geräte wie USB-Sticks.

33 Prozent der befragten Unternehmen verbieten zwar ihren Mitarbeitern den Einsatz von USB-Sticks und Smartphones. Doch sie änderten nicht die Konfiguration der Mitarbeiter-PCs, um den Datentransfer zu USB-Sticks von vornherein technisch zu unterbinden. Nur zehn Prozent der Unternehmen verschlüsseln vertrauliche Daten, wenn diese auf mobile Geräte überspielt werden.

Besonders problematisch erscheint Fachleuten die Vermengung von privaten und beruflichen Daten auf ein- und demselben USB-Stick. Da kann man nie ausschließen, dass vertraulichen Informationen nicht doch mal in nicht autorisierte Hände gelangen.

In diesem Zusammenhang ist eine andere Zahl spannend: Denn wenn eine Studie Recht behält, haben 66 Prozent aller PC-Nutzer schon einmal einen USB-Stick verlegt oder verloren. Auf 60 Prozent dieser verschwundenen Datenträger hätten sich Firmendaten befunden. Diese Daten können selbst dann noch auf USB-Sticks lange Zeit lesbar bleiben, wenn sie unter klimatisch ungünstigen Bedingungen verloren gehen, wie ein PC-WELT-Redakteur selbst erlebt hat:

USB-Stick trotzt Schnee, Kälte und Autoreifen (PC-WELT Online, 08.04.2005)

Wie leicht USB-Sticks zur Preisgabe sensibler Informationen führen können, erlebt derzeit die US-Armee in Afghanistan. Dort kursieren auf den Basaren seit Wochen USB-Sticks mit streng geheimen Informationen der US-Streitkräfte. Mit Namen und Adressen von Spionen und – besonders schockierend – mit Beschreibungen von besonderen Verhörmethoden, die man durchaus dem Bereich Folter zuordnen kann.

USB-Sticks mit Folteranleitungen der US-Armee aufgetaucht (PC-WELT Online, 25.04.2006)

USB-Stick mit Namen von Spionen verkauft (PC-WELT Online, 13.04.2006)

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