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VoIP, Vista und Bots

19.11.2007 | 13:15 Uhr |

Das Jahr 2007 neigt sich langsam dem Ende zu. Als die neue Bedrohung schlechthin bescherte uns dieses Jahr die Bots - diese Gefahr wird auch im nächsten Jahr bestehen bleiben. Doch welche Gefahren drohen PC-Anwendern und Internetnutzern 2008 zusätzlich? McAfee wagt eine Prognose: Attacken verlagern sich zunehmend auf die IP-Telefonie und Instant Messaging. Auch das Betriebssystem Windows Vista dürfte verstärkt ins Visier von Angreifern geraten.

Die zehn Sicherheits-/Gefahrenprognosen von McAfee sehen folgendermaßen aus:

Großangriff auf Web 2.0
Sicherheitslücken und Malware beispielsweise beim CRM-Anbieter Salesforce, an der Jobbörse Monster oder in der Freizeit-Community MySpace deuten auf einen neuen Trend in der Sabotage von Webapplikationen und Onlineforen hin. Immer mehr Hacker hängen sich an Web-2.0-Angebote, um Schadprogramme zu streuen oder zu kriminellen Zwecken Daten abzugreifen, die sorglose Nutzer freiwillig hinterlassen haben. Diese Form des Missbrauchs wird nach Meinung der McAfee Avert Labs im nächsten Jahr stark zunehmen - diese Prognose erscheint wenig überraschend.

Vernetzte Roboter
Bots sind nicht zu stoppen: Den Trojaner „Storm Worm“ alias „Nuwar“ ließen dessen Schöpfer in unzähligen Versionen auf die vernetzte Menschheit los, variierten Übertragungswege, Programmier- und soziale Infiltrationstechniken mit beispielloser Kreativität. Der Computerwurm knüpfte das weitläufigste Botnetz aller Zeiten. In den McAfee Avert Labs stellt man sich darauf ein, dass Nuwar zahlreiche Nachahmer finden und sich somit die Zahl der missbräuchlich vernetzten PCs vervielfachen wird.

Inflation der Schadprogramme
Die Verbreitung von Malware via Instant Messaging (IM) wäre nichts Neues, wohl aber, dass dies automatisiert geschieht. Bedenkt man, dass sich die Zahl der gemeldeten Sicherheitslücken gängiger IM-Applikationen seit 2006 mehr als verdoppelt hat, so könnte das Superwurm-Szenario schon bald eintreten - umso mehr, als 2007 erstmals zehn dieser Schwachstellen als hochriskant eingestuft wurden. Hinzu kommt, dass die am weitesten verbreiteten IM-Virusfamilien der Jahre 2005 und 2006 mittlerweile von neuen, gegen bisherige Abwehrmaßnahmen resistenten Stämmen verdrängt wurden. Der Anbieter Skype etwa litt 2007 gleich mehrfach unter Wurmbefall. Dies wird kein Einzelfall bleiben, wie McAfee meint.

Leichtes Spiel?
In der Internetwirtschaft nehmen die Risiken schneller zu als im realweltlichen Geschäftsleben. Je höher der Marktwert virtueller Objekte, desto interessanter werden sie für Trittbrettfahrer und Cybergangster. Beispiele gibt es zur Genüge. So stieg 2007 die Zahl der versuchten Passwortdiebstähle per Trojaner bei Onlinespielen stärker als bei Banken.

Hacker stürzen sich auf Vista
Der Marktanteil des Microsoft-Betriebssystems Windows Vista steigt 2008 voraussichtlich auf über zehn Prozent. Dazu beitragen wird die anstehende Auslieferung des ersten Service Packs. Mit der Verbreitung von Vista wird auch der Ehrgeiz der Hacker und Malware-Programmierer zunehmen, die Schutzmechanismen des neuen Systems zu knacken, wie McAfee vermutet. Seit dessen Markteinführung Anfang 2007 wurden bereits 19 Sicherheitslücken publik. Nächstes Jahr dürften etliche hinzukommen. Diese Prognose dürfte niemanden überraschen, bisher weckte noch jedes neue Windows-Betriebssystem den Ehrgeiz der Angreifer.

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