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TomTom verkauft erneut GPS-Nutzer-Daten

06.05.2011 | 15:00 Uhr |

Der Navi-Hersteller will Mitte des Jahres erneut GPS-Daten seiner Kunden an den Höchstbietenden verkaufen.

Die Zeitung The Australian Financial Review berichtet, dass der Navi-Hersteller TomTom den Verkauf von GPS-Daten seiner Kunden plane. TomTom habe der Financial Review gegenüber zugegeben, dass jedes in Australien verkaufte Gerät der letzten drei Jahre so konstruiert wurde, dass es Fahrtdaten übermittle. In Europa hat TomTom solche Daten bereits verkauft.
 
Mögliche Käufer der Datenbestände: Regierungen, die gezielter Radarfallen aufstellen wollen. Oder Werbefirmen, die nach optimalen Werbeflächen neben den Straßen suchen. Zwar sollen die Daten anonymisiert verkauft werden – Roger Clarke von der Australian Privacy Foundation warnt aber: Je dichter der Datenbestand, je leichter sei die Identifizierung einzelner Personen.

So funktionieren die Stauwarnungen von TomTom HD Traffic

Chris Kearney, Vizepräsident von TomTom, bestätigt, dass sein Unternehmen Anfang und Ende, Fahrzeit und weitere sehr, sehr mächtige Daten gesammelt habe. Der Kunde habe aber die Möglichkeit die Datensammel-Option abzustellen. Kearney betont auch die positiven Möglichkeiten der Datennutzung: etwa die Schaffung effizienterer Straßennetze.
 
Bei Datenschützern und Verbrauchern dürfte der erneute Datenverkauf auf wenig Gegenfreude stoßen. The Australian Financial Review titelt „ Peeping TomTom “ – eine Anspielung auf das englische „Peeping Tom“, was Voyeur oder Spanner bedeutet. Wie stehen Sie zum Datenverkauf?

 

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