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Sicherheit: Microsoft läßt auch andere an Vista ran

16.10.2006 | 16:13 Uhr |

Nach heftiger Kritik von Antivirus-Herstellern an seiner Informationspolitik hat Microsoft die Bereitstellung von Software-Schnittstellen in Windows Vista für Sicherheitsunternehmen angekündigt.

Einige Anbieter von Sicherheits-Software, darunter McAfee, Agnitum und Symantec, sowie die EU-Kommission hatten Microsoft dafür zum Teil scharf kritisiert, dass Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Vista-Kernels andere Anbieter bei der Implementierung von Schutz-Software für Vista behindere. Microsoft reagiert nun auf diese Vorwürfe der Wettbewerbsbehinderung und öffnet Fremdherstellern einen Weg in den Vista-Kernel.

Die Kritik richtete sich vor allem gegen "Patch Guard", eine Technik zur Verhinderung der heimlichen Installation von Kernel-Treibern, etwa durch Rootkits. Während Microsoft selbst mit seinen Sicherheitsprodukten Zugang zu allen Funktionen des Vista-Kerns habe, müsste die Konkurrenz auf dem Sicherheitsmarkt womöglich Hacker-Techniken anwenden, um Anwender vor schädlicher Software schützen zu können, so die Kritiker.

Microsoft will nunmehr den Sicherheitsunternehmen eine Software-Schnittstelle (API) zur Verfügung stellen, die diesen den Zugriff auf den Vista-Kernel ermöglicht. Desweiteren sollen Drittnabieter Teile der Microsoft-eigenen Sicherheits-Software deaktivieren können, um sie durch eigene Lösungen zu ersetzen. Ob diese Maßnahmen auch die EU-Kommission zufrieden stellen werden, bleibt abzuwarten.

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