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Google umgeht Privatsphäre-Einstellungen im Apple-Browser

17.02.2012 | 19:14 Uhr |

Um Daten über das Surf-Verhalten von iOS- und Mac-Nutzern sammeln zu können, umgehen Google und andere Online-Anbieter die integrierten Privatsphäre-Einstellungen des Apple-Browsers.

Wie heute bekannt wurde, haben Google und andere Werbefirmen die Privatsphäre-Einstellungen von Millionen iOS- und Mac-OS-Nutzern umgangen, um trotz einer entsprechenden Blockade Daten über deren Surf-Verhalten sammeln zu können. Über einen Code-Trick konnten die Unternehmen die von Haus aus vorinstallierte Anti-Tracking-Einstellung der Software umgehen und so werbungsrelevante Daten über Nutzer ohne deren Wissen oder Zustimmung abgreifen.

Entdeckt wurde der Google-Code vom Stanford-Wissenschaftler Jonathan Mayer. Eine Bestätigung seitens des Technik-Experten Ashkan Soltani folgte innerhalb weniger Stunden. Im Rahmen eines Tests fand Soltani heraus, dass der Spion-Code von Google über Werbe-Anzeigen in mobilen Browsern sowie PCs und Macs mit Safari installiert wird. Einmal aktiviert, können Google und andere Werbe-Unternehmen detaillierte Surf-Profile erstellen, ohne dass der betroffene Nutzer etwas davon merkt.

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Auf Nachfrage das Wall Street Journal stritt Google entsprechende Absichten ab und entfernte den Spion-Code umgehend aus seinen Web-Angeboten. Laut Google würden die Cookies nur zu Werbe-Zwecken eingesetzt und seien keineswegs dazu gedacht, Nutzerdaten zu sammeln. Der neue Datenschutz-Skandal könnte Google teuer zu stehen kommen. Das Unternehmen steht unter scharfer Beobachtung durch die U.S. Federal Trade Commission. Ein Verstoß gegen deren Auflagen schlägt mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 16.000 US-Dollar pro Verletzung und Tag zu Buche.

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