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Fraunhofer SIT gibt Auto-Hackern keine Chance

16.08.2009 | 16:11 Uhr |

IT-Sicherheitsmechanismen zum Schutz künftiger Fahrzeugkommunikation rücken immer mehr ins Blickfeld. Daher diskutieren Experten auf dem CAST-Workshop "Mobile Security for Intelligent Cars" am 27. August 2009 in Darmstadt wieder über Ansätze und Lösungen zur Absicherung der nötigen Hard- und Softwarekomponenten in Fahrzeugen.

Automobile der Zukunft werden Fahrzeuglenkern deutlich mehr unter die Arme greifen als heute. Eingebettete Systeme übernehmen zwar bereits wichtige Steuerungs- und Kontrollfunktionen, in Zukunft aber werden es mobile Kommunikationssysteme Fahrzeugen auch ermöglichen, untereinander zu kommunizieren. Die dafür notwendige Datenübertragung per Funk bringt jedoch neue Gefahren der Manipulation mit sich. Moderne PKWs sind durchschnittlich mit 70 oder mehr elektronischen Steuereinheiten ausgerüstet - Tendenz stark steigend. Diese übernehmen immer mehr Kontrollfunktionen wie etwa Messungen von Bremsdruck, Drehzahl sowie anderer wichtiger Werte und leiten die Daten fahrzeugintern weiter. Bislang handelte es sich um in sich geschlossene Systeme, die jedoch künftig durch Freischaltung während der Laufzeit frei konfigurierbar sein werden. Auch erfolgt der Anschluss an Telekommunikationsnetzwerke, etwa um Informationen an andere Verkehrsteilnehmer weiterleiten zu können. Autoentwickler sprechen bereits von der automatisch und blitzschnell erfolgenden Nutzdatenübertragung von Auto zu Auto - etwa bei starken Bremsungen in nicht gut einsichtbaren Stellen wie Kurven. "Dies ist ein mögliches Szenario für eine Kommunikation von Auto zu Auto", sagt Workshop-Organisator Olaf Henniger vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie ( SIT ). Überlegt werde aber auch ein Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastrukturen wie Ampelanlagen, so Henninger weiter.

In-Vehicle-Konnektivität wird daher für Fahrzeuglenker schon bald von zentraler Bedeutung sein. Datenübertragungen per Funk machen jedoch auch Fahrzeuge zu einem potenziellen Ziel von Hacker-Attacken. Cyberkriminelle könnten die Kommunikation stören und so für ein Verkehrschaos sorgen oder sogar Unfälle hervorrufen. Daher nehmen sowohl Fachleute aus der Kraftfahrzeug- als auch der IT-Industrie an dem vom Fraunhofer SIT veranstalteten Workshop teil. Diskutiert werden unter anderem Möglichkeiten zur Sicherung von Fahrzeugsystemen und Kommunikationsnetzen sowie die Anpassung der Hardware in den Fahrzeugen. Die Entwicklung von geeigneten Hard- und Softwarekomponenten wird auch im Rahmen des dreijährigen EU-Projekts EVITA vorangetrieben. Manipulationssichere Chips sowie kryptografische Verfahren und Schlüssel sollen Steuerungssysteme vor unerlaubtem Zugriff bewahren. "Ziel des Projekts ist ein System, das sowohl die sicherheitsrelevanten Komponenten im Auto als auch die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Steuereinheiten vor Manipulationen schützt", so Henniger, der mit der Projektkoordination betraut wurde, schon beim Projektstart. (pte)

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