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Facebook erneut im Visier der Datenschützer

30.01.2010 | 14:03 Uhr |

Das Social Network Facebook sieht sich abermals massiver Kritik durch Datenschützer ausgesetzt. Wie etwa die kanadische Datenschutzbehörde OPC mitteilt, wurde erneut eine Untersuchung gegen das Unternehmen eingeleitet.

Darüber hinaus hatten sich in den vergangenen Tagen auch in Europa zu wiederholtem Male Datenschützer kritisch zu Facebook geäußert und die im Dezember geänderten Privatsphäre-Einstellungen bemängelt. Dadurch habe sich der Schutz der User verschlechtert statt verbessert. "Die User stellen private Daten freiwillig ins Internet", gibt Philipp Kramer, Vorsitzender der Hamburger Datenschutzgesellschaft , im Gespräch mit pressetext zu bedenken. Eine Schwierigkeit beim Datenschutz bestehe darin, dass Regeln und Bestimmungen sowie Untersuchungen von nationalen und regionalen Behörden ausgehen und international unterschiedlich sind. "Wir leben in einem Zeitalter, in dem die staatliche Kontrolle allein nicht mehr ausreicht. Darüber hinaus bedarf es einer freiwilligen Selbstkontrolle der User", betont der Experte. Umso mehr die Behörden aber auf eine Selbstkontrolle der Internet-Nutzer setzen, desto schwieriger werde es, sie zu schützen. Daher seien vonseiten der Unternehmen abgestimmte Regeln erforderlich, die nicht von den Regierungen vorgegeben werden, so Kramer gegenüber pressetext.

Durch die Ende des Vorjahres geänderten Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook sind den Datenschützern zufolge mehr Informationen öffentlich zugänglich als zuvor. Die OPC hat eigenen Angaben nach nunmehr auf Beschwerden vonseiten der User reagiert. Diese seien enttäuscht über die Neuerungen, die die Privatsphäre und den Schutz persönlicher Informationen eigentlich stärken sollten. Bereits im Sommer des Vorjahres sei eine Untersuchung gegen Facebook gelaufen, wonach Anpassungen zugunsten des Datenschutzes angekündigt wurden.

An der Plattform wurden Änderungen durchgeführt, die Nutzern erlauben sollen, für jegliche Inhalte Privatsphäre-Einstellungen vorzunehmen. Im Zuge der Umstellung ist es jedoch zu automatischen Veränderungen an den Einstellungen gekommen, wodurch der Schutz der Privatsphäre gelockert wurde. Zuvor geschützte Inhalte wurden somit offen gelegt, ohne die Nutzer darüber zu informieren. Damit habe Facebook klar gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen.

(pte)

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