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Experten gegen US-Pläne für Web-Abschalter

19.01.2011 | 11:45 Uhr |

Experten kritisieren den von den USA vorgeschlagenen Kill-Switch für das Internet. In einer Studie weisen sie auf die vielen Nachteile eines solchen Internet-Ausschalters hin.

Die USA hatten im Sommer 2010 einen Ausschaltknopf für das Internet vorgeschlagen. Der sogenannte "Kill Switch" solle im Falle eines Cyberwars zum Einsatz kommen. In einer von der OECD beauftragten Studie kritisieren Experten aber derartige Pläne. Die Studie für die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wurde von der London School of Economics und der Universität von Oxford erstellt.

In der Studie wird die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis im Internet bewertet, das zu einer großen Störung des Webs führen könnte. Die Wahrscheinlichkeit wird als gering bewertet. Ebenso gering wird die Wahrscheinlichkeit bewertet, dass das Internet jemals Zeuge eines reinen Cyberkriegs werden könnte. Jedenfalls einer solchen Art von Cyberkriegs, vor dem einige, etwa Militärs, warnen.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass sich das Internet nicht einfach abschalten lässt, weil es kein Zentrum besitzt. Würde man im Notfall den Ärzten eine Priorität einräumen wollen, dann würde dies daran scheitern, dass die Ärzte die gleiche Internet-Ausstattung nutzen, wie die Masse der Bevölkerung und es gäbe keinen einfachen Weg, allein die Ärzte zu identifizieren.

Die Studie empfiehlt den Regierungen, sich auf den Schutz ihrer Bürger und nicht nur auf den Schutz der staatlichen Anlagen zu konzentrieren. Es müssten außerdem mehr Anstrengungen unternommen werden, um ein internationales Computer Emergency Response Team (CERT) zu erstellen, das im Notfall einen besseren Überblick auf die Gesamtsituation bieten könnte, als die nationalen CERTs.

Die Experten weisen außerdem auf die Risiken hin, die damit einhergehen, dass sich die Welt immer mehr auf das Internet verlässt. müsste. Sollte es aufgrund einer Katastrophe zu einem Ausfall oder Beeinträchtigung des Internets kommen, müsste es alternative Kommunikationsmethoden geben, die vielleicht langsamer aber auch robuster sind. Je mehr man sich auf das Internet verlässt, desto mehr müsse man sich auch um die Ausweichmöglichkeiten kümmern, falls das Internet mal ausfällt.

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