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Bundesregierung nimmt Cyber-Abwehrzentrum in Betrieb

16.06.2011 | 17:06 Uhr |

Am heutigen Donnerstag hat das Nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn offiziell den Betrieb aufgenommen und soll die Bundesregierung künftig vor Angriffen aus dem Internet schützen.

Heute eröffnete Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) das Nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn. Die Informations- und Kooperationsplattform soll Angriffe aus dem Internet analysieren sowie Abwehrmaßnahmen entwickeln und einsetzen. Die insgesamt zehn Mitarbeiter setzen sich aus dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), welches auch die Leitung übernimmt und die Räumlichkeiten stellt, zusammen.

In die Aufklärung von Cyber-Angriffen werden zudem Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes, des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei, des Zollkriminalamtes und der Bundeswehr einbezogen. Laut Bundesinnenminister Friedrich wird sich das Cyber-Abwehrzentrum nicht nur mit dem Schutz der Bundesregierungs-Netze befassen, sondern auch die Interessen von Wirtschaftsunternehmen berücksichtigen. Somit gehören auch die Untersuchung von Kriminalität und Wirtschaftsspionage zu den Aufgabenbereichen der Experten.

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Zur obersten Prämisse des Cyber-Abwehrzentrums gehört neben der Aufklärung von Angriffen auch deren Prävention. Hierfür soll eine einheitliche Netzinfrastruktur bei der Bundesverwaltung eingeführt werden. Die Bundesregierung strebt außerdem eine transparente Zusammenarbeit mit der Wirtschaft an.

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Die Gefahren von Attacken aus dem Netz nehmen immer weiter zu. So richtete sich die Schadsoftware Stuxnet im vergangenen Jahr gegen Industrieanlagen im Iran. In den Netzen der Bundesregierung finden sich außerdem täglich vier bis fünf neue Trojaner. Im gesamten deutschen Internet tauchen im 24-Stunden-Rhythmus 60.000 neue Schadprogramme und 20.000 infizierte Webseiten auf.

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