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Showdown im Microsoft-Prozess

Am heutigen Dienstag werden im Kartellverfahren gegen Microsoft die Schlussplädoyers gehalten. Sie sollen bei der Entscheidung helfen, ob der Software-Riese mit seinem im November festgestellten Machtmissbrauch das Kartellrecht verletzt hat.

Am heutigen Dienstag werden im Kartellverfahren gegen Microsoft die Schlussplädoyers gehalten. Sie sollen bei der Entscheidung helfen, ob der Software-Riese mit seinem im November festgestellten Machtmissbrauch das Kartellrecht verletzt hat.

Die bislang laufenden Schlichtungsverhandlungen sind bislang ohne Ergebnis geblieben. Nach Einschätzung von Insidern wird es Microsoft schwer fallen, den Richter von seiner Unschuld zu überzeugen.

Am 5. November hatte Richter Thomas Penfield Jackson erklärt, dass Microsoft mit seinem Betriebssystem-Monopol nicht nur seinen Konkurrenten, sondern auch seinen Firmenkunden und Privatanwendern schadete. Der Software-Hersteller hatte den Monopolvorwurf zurückgewiesen und behauptet, selbst wenn der Vorwurf gerechtfertigt wäre, habe er nicht illegal gehandelt.

Die seitdem laufenden Schlichtungsverhandlungen, für die ein eigener Vermittler eingesetzt wurde, sind bislang ohne Ergebnis. Morgen werden beide Parteien noch einmal in mündlicher Form ihre Argumente vortragen - auf deren Basis wird Jackson dann sein Urteil darüber fällen, ob Microsoft gegen das Gesetz verstoßen hat oder nicht. Nach Einschätzung von Insidern wird es Microsoft schwer fallen, den Richter von seiner Unschuld zu überzeugen.

Die Konsequenzen eines Schuldspruchs für Microsoft sind noch unklar. Das US-Justizministerium strebt eine Teilung von Microsoft in zwei oder drei kleinere Unternehmen an. Medienberichten zufolge ist Microsoft aber zu Kompromissen bereit, um einer Zerschlagung zu entgehen. Nach dem Verkaufsstart von Windows 2000 am 17. Februar soll Bill Gates gegenüber einem TV-Reporter bei abgeschalteten Kameras gesagt haben, dass er bereit sei, den Quellcode von Windows 2000 zu veröffentlichen, um einer Zerschlagung zu entgehen. Microsoft hat entsprechende Berichte geleugnet. (PC-WELT, 22.02.2000, sp)

Microsoft: So würden Experten entscheiden

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