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Shopping ohne zu bezahlen

22.09.2005 | 16:24 Uhr |

Im Supermarkt der Zukunft brauchen Sie nicht mehr an der Kasseanzustehen. Ein Lesegerät am Ausgang scannt den Inhalt Ihrer Einkaufstaschenautomatisch und bucht das Geld von Ihrem Konto ab.

Treten Sie ein – in den Supermarkt der Zukunft. Der Einkaufswagen begrüßt Sie mit Ihrem Namen und verrät auf seinem Display, dass Sie das letzte Mal zwei Liter Milch, sechs Eier und ein Vollkornbrot gekauft haben. Dann leitet Sie sein Navigationssystem durch den Laden. Der Weg führt unter anderem zum Müsliregal und zu den Windeln, da Sie beides schon seit Wochen nicht mehr aufgestockt haben. Und sobald Sie die letzte Packung Rasierklingen aus dem Regal nehmen, erhält die Verkäuferin über ihren PDA eine Nachricht und holt neue Klingen aus dem Lager. Das Zahlen funktioniert am Ende voll automatisch. Sie meinen, das alles liege fern in der Zukunft? Keineswegs. Schon heute können Sie einen Rundgang durch den Future Store unternehmen: Der Film „Real-virtueller Rundgang“ steht unter www.future-store.org zum Download zur Verfügung. Die Metro Group wirbt damit für die RFID-Technik (Radio Frequency Identification), die dem Handel langfristig Einsparungen in Milliardenhöhe bescheren soll: Kleine Chips, die in die Etiketten (Smart Labels) der Waren eingearbeitet sind, geben dabei per Funk eine Kennung an RFIDLesegeräte weiter. Daraus lassen sich dann über das Warenwirtschaftssystem des Händlers oder entsprechende Datenbanken Produktinfos ermitteln – etwa der Preis, das Verfallsdatum und der Lieferant. Die Kommunikation erfolgt unmerklich. Die realen Filmsequenzen stammen aus dem Extra Future Store in Rheinberg, der RFID bereits einsetzt. Vorerst sind hier nur bestimmte Produkte mit RFID-Etiketten versehen, und vieles läuft noch über den seit langem verwendeten Barcode. Doch in einigen Jahren will Metro den Strichcode durch RFID-Labels ersetzen. Die neue Technik kommt also. Die Möglichkeiten, die sie eröffnet, rufen Kritiker auf den Plan, die deren Missbrauch fürchten und meinen, der Einkaufskomfort sei
mit dem Verlust der Privatsphäre zu teuer erkauft.

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