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Sextings: Schüler muss 1000 Euro Schadensersatz zahlen

01.09.2015 | 16:17 Uhr |

Eine Schüler, der intime Fotos seiner Freundin per WhatsApp verbreitete, wurde nun zur Zahlung eines Schadenersatzes verurteilt.

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat einen Schüler zur Zahlung eines Schadenersatzes in Höhe von 1000 Euro wegen Sextings verurteilt (AZ 239 C 225/14). Der Schüler hatte nur für ihn gedachte intime Fotos seiner 13-jährigen Freundin über WhatsApp mit Freunden geteilt.

Laut der Rechtsanwaltskanzlei Werdermann/von Rüden, die die Klägerin vertritt, habe man sich aber mit dem Schüler auf die Zahlung von 500 Euro geeinigt, wenn er das Geld selbst verdiene. Das habe der Junge getan und den Betrag dann an seine Ex-Freundin bereits gezahlt. Inklusive der Anwaltskosten der Schülerin in Höhe 837 Euro.

Da der Schüler selbst erst 13 Jahre bei der Tat alt war, hat er keine strafrechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Das Gericht hatte aber in seinem Urteil entschieden, dass der Schüler trotz seines Alters aus "deliktsrechtlicher Sicht" voll verantwortlich für die Verbreitung der Fotos gewesen sei. Die Klägerin habe sich durch die Verbreitung der intimen Fotos an den Pranger gestellt gefühlt und sei dadurch in eine Situation geraten, die ihre "ungestörte sexuelle und persönliche Entwicklung" beeinträchtige. Von Vorteil wirkte sich dagegen für den Beklagten Schüler aus, dass er die Fotos offenbar nur einem vergleichsweise kleinem Kreis zugänglich gemacht habe. Dadurch konnte auch erreicht werden, dass alle Fotos gelöscht wurden.

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