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Serviceroboter erobern die heimischen Wohnzimmer

Auf der Automatica vom 16. bis 19. Mai in München dominieren Industrieroboter. Doch auch die Servicerobotik kommt nicht zu kurz: in der Communications Area mixen Roboter Cocktails und in einer Sonderschau zeigt sich, wie Roboter langsam aber sicher unseren Alltag erobern.

Industrieroboter sind zu einem unverzichtbaren Teil heutiger Produktionstechnik geworden. Rund 130 000 Systeme sind derzeit in Deutschland im Einsatz, wobei die Fahrzeughersteller und deren Zulieferindustrie mit über 65 % Anteil dominieren. Die Roboterbranche ist gerade durch den Absatz in diesen Bereichen groß geworden. Nun steht sie vor neuen Herausforderungen.

"Anwendungsgebiete des Roboters der Zukunft liegen zum großen Teil außerhalb der Fahrzeugindustrie in Branchen wie Handel und Logistik (Materialflussautomatisierung), der Nahrungsmittel, Holzverarbeitung, Bio und Pharma, Halbleiter und Elektronik und auch kleinen und mittelständischen Fertigungen“ weiß Martin Hägele, Abteilungsleiter Robotersysteme am Fraunhofer-Institut IPA in Stuttgart. Er schätzt weiterhin, dass heute weniger als 15 % der möglichen Industrie-Robotereinsätze erschlossen sind.

Der Name „Serviceroboter“ wurde bereits Anfang der 90er Jahre geprägt, als Roboter erstmals außerhalb der industriellen Fertigung zum Einsatz kamen. Laut der Studie World Robotics 2005 wurden weltweit bis 2004 über 3,6 Mrd. Doller für gewerbliche Serviceroboter-Anwendungen in den Bereichen Unterwasser-Exploration, Reinigung, Medizin, Sicherheit und Verteidigung umgesetzt. Bis 2008 erwarten die Hersteller eine Verdopplung dieses Markts.

Auch im Privatbereich setzen sich immer mehr Roboter durch: Erste Produkte aus der Reihe "Personal-Robots" wie Robo-Sauger, Robo-Rasenmäher oder "Pet-Robots" zählen jetzt schon zu einem Markt, der 2 Mrd. $ groß ist. Bis 2008 soll er sich vervierfachen. Das Bild, welches sich die Gesellschaft vom Roboter macht, nähert sich somit immer mehr den Vorstellungen früherer Generationen. "Roboter für den Haushalt, für die Freizeit und im Entertainment-Bereich erfüllen immer mehr Funktionen und steigern sich von Generation zu Generation in ihrem gefälligen Aussehen", sagt Martin Hägele.

Im Gegensatz zu den relativ teuren Industrierobotern die mit Einsatzzahlen im Bereich 1 Mio. Stück gehandelt werden, entstehen durch die Privatanwendungen breite Märkte mit mehreren Millionen Stück. Die mechanischen Mitbewohner sind also nicht zuletzt auch durch ihren geringen Preis so attraktiv.

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