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Die beste Webware (1)

18.12.2007 | 09:57 Uhr |

Eine Textverarbeitung brauchen Sie in Zukunft nicht mehr, ein Tool zum Verwalten von Links auch nicht und einen Website-Downloader schon gar nicht mehr. Die Lösung heißt Webware – wir sagen, was dahinter steckt und wo die Grenzen sind.

Immer mehr Software müssen Sie nicht mehr auf Ihrem PC installieren. Wir reden dabei nicht von Tools für den USB-Stick, sondern von Webware, einem neuen Programmtyp, der einfach über den Browser ausgeführt wird und nicht auf dem PC liegt. Der Vorteil von Webware liegt auf der Hand: Man ist nicht mehr auf einen bestimmten PC angewiesen und hat beispielsweise im Büro oder auf Reisen denselben Datenstand wie daheim. Selbst auf Rechnern, auf denen Sie keine Software installieren können – im Internetcafé oder an der Uni – lassen sich solche Webware-Anwendungen problemlos einsetzen. Außerdem eignen sich viele der Webware-Anwendungen auch für die Arbeit im Team – Stichwort Web 2.0.

Der Begriff Web 2.0 beschreibt eine Vielzahl von Anwendungen, die allesamt auf gemeinsames Publizieren und Interaktion im Netz ausgerichtet sind. Denn Anwendungen, die im Netz laufen, können durch Gruppen- und Communityfunktionen intelligent erweitert werden. Umgekehrt verfügen Anwendungen, die im Netz laufen, fast immer über weniger Funktionen als die vergleichbare zu installierende Software. Während man sich bei Software wie selbstverständlich daran gewöhnt hat, dass man regelmäßige Updates aufspielen muss, entfällt das bei Webware – die Anwendung kommt einfach vom Server.

Doch das Konzept hat auch Nachteile: Nicht immer mag man es, wenn sämtliche persönlichen Daten auf irgendeinem Web-Server herumliegen. Denn das tun sie – ob der nun der wegen Schnüffelei und Datensammelwut ins Gerede gekommenen US-Firma Google gehört oder einem kleineren deutschen Unternehmen. Ein weiterer Nachteil ist für viele Anwender gar keiner mehr: Sie benötigen eine schnelle Internet-Verbindung, am besten in Kombination mit einer Flatrate. Schnell ist dabei relativ – denn wichtiger als die maximale Geschwindigkeit Ihrer Leitung (zum Beispiel, 2000, 4000 oder 16000 KByte/s) ist die Ping-Zeit, also die Zeit, die benötigt wird, um einen Server anzusteuern und eine Antwort zu erhalten. Der Grund: Sie laden in der Regel keine größeren Datenmengen herunter, benötigen aber eine schnelle Reaktionszeit.

Waren es in der Vergangenheit vor allem Kommunikations- und Internet-Anwendungen wie Mail und Chat, die über den Browser erledigt wurden, kommen zunehmend auch andere Dinge hinzu. Egal ob Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Virenscanner, Link-Verwaltung oder Bild- und Videobearbeitung – es gibt inzwischen kaum noch Anwendungen, die sich nicht ohne Webware erledigen lassen. Umgekehrt wollen wir daher in diesem Artikel traditionelle Web-Anwendungen wie Webmailer oder Webchat-Applikationen ausklammern. Auch Informationsdienste, die es früher vornehmlich als Software gab wie Routenplaner und Telefonauskunftsdienste können wir aus Platzgründen nicht behandeln.

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