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Serverkühlung mit Flugzeug-Propellern

17.06.2006 | 13:38 Uhr |

Der Computerhersteller Hewlett-Packard will Propeller ferngesteuerter Flugzeuge zur Kühlung von Hochleistungsservern nutzen.

Server-PCs, die mit riesigen Datenmengen arbeiten, erzeugen mehr Abwärme als jede neue Prozessor-Generation. Dieses Problem lässt Ingenieure immer wieder nach leistungsfähigeren Kühlungssystemen forschen, welche die immer kleiner werdenden Gehäuse ausreichend kühlen können. Bei Hewlett-Packard orientiert man sich dabei an einem ungewöhnlichen Vorbild: Um die nächste Servergeneration kühl zu halten sollen so genannte EDFs (electric-ducted fans) eingesetzt, die bisher nur im Flugzeugmodellbau Verwendung fanden.

Dabei handelt es sich um kleine Propeller, die sich innerhalb einer Box befinden und sich sehr schnell drehen. Der somit erzeugte Luftstrom könnte auch die leistungsfähigsten Server kühl halten. HP´s Active Cool Fan soll bereits in der nächsten Generation der Blade System Server zum Einsatz kommen. Der Stromverbrauch liegt laut eigenen Aussagen bei knapp einem Drittel konventioneller Kühlsysteme und durch die geringere Größe der Systeme finden zukünftig mehr Prozessoren in den Gehäusen Platz.

Durch die ständige Weiterentwicklung der CPUs ist eine neuartige Kühllösung unabdingbar geworden. Die von Serversystemen aufgenommene Spannung wird nahezu komplett in Hitze umgewandelt und muss schnell abtransportiert werden. Da Prozessoren jedoch immer kleiner und enger platziert werden, wird die Versorgung mit Frischluft immer schwieriger. Gerade die gigantischen Serversysteme von Google , Yahoo oder Ebay mit hunderten einzelner Komponenten stellen eine besondere Herausforderung dar. Bei zu großer Überhitzung fallen Teile der Systeme aus und erhöhen die Last der anderen Komponenten. Daher investieren die oben genannten Firmen jedes Jahr Millionen in Belüftungssysteme und die Elektronik, die diese steuert. In der Vergangenheit verließ man sich dabei auf die in China hergestellten Lüfter und trieb die dortigen Ingenieure an, deren Design und Aerodynamik noch weiter zu verbessern. Letztlich konnte man den Luftdurchsatz jedoch nur um jährlich knapp 5 Prozent erhöhen.

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