25.02.2008, 13:49

Christian Löbering

Server-Markt

HP ist IBM dicht auf den Fersen

Mainframes mögen noch lange nicht tot sein, doch wenn es mal nicht läuft, lassen sie IBM egenüber seinen Rivalen schwach aussehen.
Das Wachstum im Server-Segment ist nicht allzu hoch, dafür umso stabiler, bekräftigt Jeffrey Hewitt, Research Vice President bei Gartner. Der weltweite Markt wuchs nach Erlösen um 3,8 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 54,8 Milliarden Dollar (Vorjahr: 52,8 Milliarden Dollar). Nach ausgelieferten Stückzahlen betrug das Wachstum sogar 7,4 Prozent: 8,8 Millionen Rechner wurden verkauft (Vorjahr: 8,2 Millionen).
Nimmt man die Einnahmen als Maßstab, bleibt IBM weiter Marktführer. Laut Gartner setzte Big Blue 17 Milliarden Dollar um (31,1 Prozent Marktanteil), während Verfolger HP 15,5 Milliarden Dollar mit Servern einnahm (28,3 Prozent Marktanteil). Interessant ist dabei, dass Big Blue beim Server-Umsatz nur um 0,8 Prozent wuchs, während HP 8,8 Prozent drauf sattelte. Ebenfalls bemerkenswert: Der drittplatzierte Anbieter Dell ist wieder auf Wachstumskurs: Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz in diesem Markt um 13,2 Prozent und brachte es auf Erlöse von 6,3 Milliarden Dollar.
Positiv entwickelte sich erneut das Geschäft mit Blade-Servern: Der Umsatz stieg um 44,5 Prozent, die ausgelieferten Stückzahlen wuchsen um 20 Prozent. HPs gute Serverbilanz lässt sich nicht zuletzt mit der Stärke der Company in diesem Marksegment begründen: HP wuchs hier um 41,7 Prozent, IBM dagegen "nur" um 30,9 Prozent. Beide Player dominieren den Blade-Markt und kommen zusammen auf einen Marktanteil von 78 Prozent.
HP profitierte außerdem vom Erfolg seiner "ProLiant"-Modelle, von denen 17,2 Prozent mehr als im Vorjahr ausgeliefert wurden. Sogar um 56,8 Prozent legten die "Integrity"-Server zu, und mit "Nonstop"-Modellen erlöste HP 13,8 Prozent mehr als 2006.
Schmerzhaft für IBM war vor allem das nachlassende Mainframe-Geschäft: Der Konzern musste hier Umsatzeinbußen von 11,8 Prozent hinnehmen. Laut Gartner ist das Großrechnergeschäft Zyklen unterworfen, die mit der Modell- und Betriebssystem-Politik des Anbieters zusammenhängen. Um 9,6 Prozent ging außerdem IBMs System-i-Geschäft zurück, während die Einnahmen mit den Rechnerklassen "System x" und "System p" um 10,2 beziehungsweise 9,1 Prozent zulegten.
Der Markt für Unix-basierende Risc-Server hat insgesamt wenig Schaden genommen. Zwar brachen die Stückzahlverkäufe hier um 13,8 Prozent ein, durch den Trend zu leistungsfähigeren, teureren Modellen konnte aber der Umsatz um 1,7 Prozent gesteigert werden.
Der Mittelstand mach viel aus
Ein Blick auf den Verlauf des vierten Quartals 2007 zeigt, wohin der Trend geht. Gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres stiegen die weltweiten Servereinnahmen um 3,3 Prozent und die ausgelieferten Stückzahlen um 6,4 Prozent. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen fragen derzeit Rechner der x86-Baureihe nach, wodurch Konsolidierungseffekte bei den Kunden, die vor allem durch Virtualisierung entstehen, kompensiert werden. Der Markt für Intel-x86-Server wuchs 2007 nach Umsätzen um 13,9 Prozent und nach Verkaufszahlen um 11,3 Prozent.
Enttäuschend verlief das letzte Jahr für Fujitsu und Fujitsu-Siemens Computers (FSC). Als einziger der Top-5-Anbieter wies der Konzern schrumpfende Servereinnahmen auf (minus 1,5 Prozent) und erlöste nach 2,51 Milliarden Dollar im Vorjahr nur noch 2,47 Milliarden in 2007. Immerhin gingen die verkauften Stückzahlen von 256.796 auf 292.486 in die Höhe. Außerdem konnte FSC in Europa einen 2,3-prozentigen Umsatzanstieg verbuchen.
Sun Microsystems, vor FSC der viertgrößte Serveranbieter, brachte es auf Einnahmen von 5,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 3,5 Prozent. Bei Sun geht der Trend weiter zu größeren, teuren Modellen. So sanken die verkauften Stückzahlen von 368.603 auf 338.048. (hv)
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