Sergey Brin

Google-Gründer Sergey Brin zieht Kritik an Facebook und Apple zurück

Donnerstag den 19.04.2012 um 10:00 Uhr

von Benjamin Schischka

Sergey Brin, Mitgründer von Google
Vergrößern Sergey Brin, Mitgründer von Google
© Google
Sergey Brin, Mitgründer von Google, hat seine kritischen Aussagen zu Apple und Facebook von Anfang der Woche relativiert.
Update (19.04.2012): Auf Google+ weist Sergey Brin darauf hin, dass der Guardian-Artikel nur eine kurze Zusammenfassung einer langen Diskussion sei. Er sieht seine Gedanken teilweise falsch wiedergegeben. Im Gegenteil bewundere er Apple und Facebook sogar. Er gibt etwa zu, dass er den Beitrag gerade auf einem iMac tippt. Und Facebook habe geholfen, dass sich hunderte von Millionen von Menschen verbinden. Er habe lediglich sagen wollen, dass das Google-Startup heute mit ganz anderen Hürden und Torwächtern zu kämpfen hätte als in den 90ern. Und dass man das freie Internet nicht als Selbstverständlichkeit begreifen dürfe.

Die ursprüngliche Meldung vom 16.04.2012:

Verantwortlich für die gestiegene Gefahr sei eine Kombination aus reglementierenden Regierungen, die Anti-Piratiere-Bemühungen der Musik- und Film-Industrie und die Zunahme der eingezäunten Bereiche im Web, namentlich etwa Facebook und Apple. Diese Internet-Inseln kontrollieren streng, welche Software auf ihre Plattformen darf.

Brins Familie, berichtet der Guardian , war vor Antisemitismus aus der Sowjetunion geflohen. Der Google-Mitgründer gilt außerdem als treibende Kraft hinter dem Streit mit China vor rund zwei Jahren . Weil China Suchergebnisse zensieren lassen wollte, zog Google China ins weniger reglementierte Hongkong um. Vor fünf Jahren noch habe er sich nicht vorstellen können, dass man das Internet langfristig zensieren könne. Nun glaube er, dass es in bestimmten Gebieten leider doch möglich sei. Am meisten sorge sich Brin um die Bemühungen von Ländern wie China, Saudi Arabien und dem Iran. Aber auch Facebook und Apple würden Innovation hemmen und „Balkanisierung“ (also eine Zersplitterung) des Webs fördern.

Sergey Brin beklagt, dass man beispielsweise nicht nach den Infos aus Apps suchen könne. Wenn das Internet von Facebook dominiert wäre, könnten er und Larry Page kein Google erschaffen. Denn man müsse nach ihren Regeln spielen, so Brin. Und die seien sehr restriktiv. Zu viele Regeln würden die Innovation stören. Außerdem übet er an Facebook Kritik, weil das soziale Netzwerk seit vielen Jahren Googlemail-Accounts synchronisiere, aber anders herum keine Account-Synchronisation anbietet.

Was sagen Sie zu Sergey Brins Kritik? Ist sie berechtigt und tritt Sergey Brin für ein freies Web ein? Oder darf der Google-Mitgründer nicht so laut auf die Pauke hauen – weil ja auch Google Daten sammelt und für sich behält?

Donnerstag den 19.04.2012 um 10:00 Uhr

von Benjamin Schischka

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (3)
  • fridolinpiefke 10:20 | 17.04.2012

    Offenheit schafft Offenheit

    Sergey Brin hat Recht. Wenn jemand die Meinungsfreiheit einschränken will, darf, nein muss er kritisiert werden, egal von wem. Offenheit schafft Offenheit.

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  • kikaha 09:43 | 17.04.2012

    Der Erfolg anderer kann ja so verdammt Neidisch machen.
    Verdient der Mann immer noch nicht genug?

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  • as80796 01:42 | 17.04.2012

    Wer im Glaushaus sitzt...

    sage ich dazu nur.

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