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Unternehmen sparen Zeit und Geld mit Webinaren

10.12.2009 | 08:15 Uhr |

Webinare werden für zunehmend mehr Unternehmen zum beliebten Mittel, Zeit und Geld zu sparen.

Zwar steht die Entwicklung der Online-Seminare noch am Anfang, wie Kommunikationswissenschaftler und Seminarentwickler Thilo Baum im pressetext-Interview erklärt. "Doch vor allem im Seminarbereich wächst das Thema, weil Unternehmen damit massiv Reisekosten sparen können und viele Trainer und Speaker sich derzeit darauf einrichten", so Baum.

Statt Mitarbeiter eines internationalen Konzerns umständlich in ein Hotel zu verfrachten, könne man diese schlicht vorm eigenen Rechner sitzen lassen, wenn es etwa um die jährliche EDV-Schulung gehe. "Das klingt zwar nüchtern, doch letztlich werden diese Must-Haves der Unternehmen durch Webinare billiger und das wird zunehmend genutzt", meint Baum.

Kostenlos und in der Probephase

Bisher bietet Baum seine Online-Seminare - aktuell "Komm zum Punkt!" zum gleichnamigen Buch - kostenlos an. "Zurzeit teste ich die Technik und verschiedene Anbieter. Über Plattformen wie Xing werden die Webinare beworben und Kontakte eingeladen", erklärt der Kommunikationsexperte. Künftig will Baum aber durchaus Geld für seine Online-Seminare verlangen.

Bisher verdient Baum noch kein Geld über die Webinare und auch sein Plattform-Anbieter verrechne ihm nichts, wie er gegenüber pressetext schildert. Stattdessen blende er dessen Logo bei den Webinaren ein. "Momentan ist die Entwicklung auf Anfang, alle Beteiligten gehen zunächst in Vorleistung." In Zukunft hofft Baum jedoch auf Cross-Selling-Effekte, indem Webinar-Teilnehmer beispielsweise seine Bücher kaufen.

Den besonderen Vorteil bei Online-Seminaren sieht der Experte in den Kosteneinsparungen - etwa für Flüge oder Hotels. Darüber hinaus müsse kein Mitarbeiter freigestellt werden. "Das Medium Webinar ist auch für Akquisetermine spannend. Man kann sein Produkt einfach per Fernbedienung präsentieren", meint Baum.

Kein Ersatz für traditionelle Seminare

Dass Webinare zum Ersatz für herkömmliche Seminare werden könnten, glaubt der Kommunikationswissenschaftler nicht. Wie in vielen Bereichen des Webs sei auch in den Online-Seminaren vielmehr eine Ergänzung zu sehen. "Ein Teil der Seminare wird ins Netz abwandern und nebenher wächst auch der Online-Bereich, wo es bisher überhaupt keine Kursangebote gab. Insgesamt vergrößert sich die Torte und Webinare werden nicht zuletzt ein Marketingtool für Live-Auftritte", prognostiziert Baum.

Was die Themen von Seminaren betrifft, sind grundsätzlich alle dafür geeignet, sich online zumindest einen Überblick zu verschaffen. Die Grenze werden jedoch dann erreicht, wenn es um persönliche Interaktion gehe. "Ich stelle mir etwa Online-Zeichenkurse schwierig vor und wüsste nicht, wie ich Teilnehmern eines Rhetorikseminars Feedback auf ihre Bauchatmung geben sollte", so Baum. (pte)

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