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Selbstjustiz gegen Spammer

25.07.2005 | 14:21 Uhr |

Ein umstrittenes System zur Spam-Bekämpfung soll die Server von Spammern mit Beschwerden überlasten.

Ein israelisches Unternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien hat ein System zur Spam-Abwehr vorgestellt, für das es reichlich Kritik erntet. Die Firma Blue Security betreibt eine so genannte "Do Not Intrude Registry" - eine Art Robinson-Liste, in die sich Anwender eintragen können, die keinen Spam erhalten wollen.

Blue Security generiert weitere Adressen, die als Köder für Spammer dienen sollen. Gehen Spam-Mails auf diesen Adressen ein, versucht das System eine Warnung an den Spammer zu senden. Dann wird eine auf den Rechnern der Teilnehmer laufende Software namens "Blue Frog" aktiviert. Sie füllt automatisch Bestellformulare auf den Websites der Spammer mit Beschwerden. Durch die schiere Zahl der Beschwerden sollen die Web-Server überlastet werden. Das soll die Spammer motivieren keine Werbe-Mails an die Teilnehmer der Robinson-Liste zu senden.

Kritiker wenden ein, dass es sich dabei um einen verteilten DoS-Angriff (Denial of Service) handele, der illegal sei. Sie bezeichnen die Vorgehensweise als Selbstjustiz. Blue Security verteidigt sein System mit dem Hinweis, man bündele lediglich die Beschwerde-Mails, die die Teilnehmer andernfalls separat absenden würden. Der gewünschte Effekt könne allerdings nur dann erzielt werden, wenn eine hinreichend große Zahl von Teilnehmern mitmache.

Zurzeit läuft das System noch in einer Testphase, die Teilnahme ist kostenlos. Für den späteren Regelbetrieb plane man jedoch einen kostenpflichtigen Dienst, der ohne Software-Installation auskommen soll, heißt es auf der Website von Blue Security.

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