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Sega-Chef zahlt Dreamcast-Zeche

11.02.2001 | 15:05 Uhr |

Als teures Vergnügen hat sich die Dreamcast für Sega entpuppt. Obwohl sie bereits seit über 18 Monaten auf dem Markt ist, konnte sich die Konsole auf dem Markt nicht durchsetzen. Der Präsident von Sega geht nun einen außergewöhnlichen Schritt.

Der Präsident von Sega, Isao Okawa, wird den Schaden, der dem Konzern durch die Dreamcast zugefügt wurde, aus eigener Tasche refinanzieren, berichtet "The Register". Hierzu wird Okawa sein komplettes Aktienpaket an Sega abtreten.

Allein die Sega-Aktien aus Okawas Portfolio haben einen Gesamtwert von zirka 500 Millionen Dollar. Doch dem Bericht zufolge tritt Okawa noch Anteile an weiteren IT-Unternehmen wie NextCom oder Ascii ab.

Der Schaden, den der Ausstieg des Konzerns aus der Produktion der Konsole mit sich bringt, wird auf 80 Milliarden Yen (1,46 Milliarden Mark) beziffert, das komplette Aktienpaket von Okawa soll derzeit 85 Milliarden Yen auf die Waage bringen. Das bedeutet, dass Segas Chef umgerechnet noch zusätzlich 91,5 Millionen Mark auf den Tisch legt.

Wenn man sich vor Augen hält, dass vor nicht allzu langer Zeit noch japanische Manager, die ihrer Firma Schaden zugefügt hatten, Selbstmord begingen, ist dieser Schritt finanziell zwar schmerzhaft, doch durchaus die bessere Wahl. Es zeigt auch, wie eng manch ein Manager mit seinem Unternehmen verbunden ist.

Sega hat Ende Januar bekannt gegeben, endgültig aus der Produktion der verlustbringenden Dreamcast auszusteigen. Die Technik soll jedoch weiterleben und beispielsweise in künftigen Set-Top-Boxen zum Einsatz kommen. (PC-WELT, 11.02.2001, mp)

Dreamcast-Petition (PC-WELT Online, 06.02.2001)

Dreamcast für die Hälfte (PC-WELT Online, 04.02.2001)

Endgültig: Aus für Dreamcast (PC-WELT Online, 31.01.2001)

Steigt Sega aus Konsolenmarkt aus? (PC-WELT Online, 24.01.2001)

Produziert Sega für Xbox? (PC-WELT Online, 29.12.2000)

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