Der Münchner Entwickler Virtual Solution will mit seiner Verschlüsselungs-App Großes leisten.

Seit Anfang Februar ist die neue App im iTunes Store : SecurePim heißt die Verschlüsselungslösung, die sich von der Konkurrenz auf dem Markt abheben will. Die Münchner Firma hat in einem Pressegespräch die Vorteile der App angepriesen und ein wenig von seinen Zukunftsplänen verraten.

Bei SecurePim dreht es sich grundsätzlich um eine Lösung, die dem Endnutzer die etwas langwierige Einstellung von S/MIME auf dem iPhone abnehmen will. Die App holt sich die gültigen Zertifikate eines schweizer Anbieters, installiert sie auf dem iOS-Gerät, verwaltet die öffentlichen Schlüssel in einem eigenen Netzwerk. Apple hat den Standard ab iOS 5 in der Firmware eingebaut, doch um die gültigen Zertifikate, Schlüssel, deren Einstellung etc. müsste sich der Nutzer kümmern ( Hier beschreiben wir, wie das genau geht). Die neue App will den Spagat zwischen der Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit schaffen, so hatten die Entwickler das komplexe Prozedere hinter einer bekannten iOS-Oberfläche gepackt. Die Grundlösung ist zunächst kostenlos. Nach einer Testphase von drei Monaten wird die Nutzung rund 25 Euro pro eingetragener E-Mail-Adresse kosten.

Bereit für den Regierungseinsatz

Nach Angaben des Entwicklers startet auch in den nächsten Wochen ein Pilotprojekt bei der Bundesregierung. Neben drei Ministerien sind noch sieben Regierungsbehörden dabei. Die BSI hat für die Lösung die Zulassung "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch (VS – NfD)" erteilt. Dies bedeutet – nach dem erfolgreichen Pilotprojekt kann das iPhone mit der SecurePim-Verschlüsselung für jedes Regierungsmitglied zur Verfügung stehen. Wir haben nachgefragt, wann das Merkel-iPhone kommen kann, Nicolaus von Rintelen, der Investor von Virtual Solution antwortet: "Das Merkel-iPhone ist bereits da".

Die Behörden-Lösung unterscheidet sich jedoch von der Endnutzer-Variante im Store: Neben der App erhalten die Bediensteten von ihren e IT-Managern noch eine Art von SIM-Karte. Auf dieser Karte wird die Verwaltung der privaten Schlüssel und Zertifikate ausgelagert. Das iPhone kommuniziert mit der Karte per Bluetooth LE (ab iPhone 4S), die SecureSIM-App erhält so die nötigen Zugangsdaten für die Entschlüsselung der eingegangenen Mails und die Verschlüsselung der versandten Briefe und Daten.

Die so genannte SmartCard beherbergt die vertrauliche Daten für das Verschlüsselungsprozedere.
Vergrößern Die so genannte SmartCard beherbergt die vertrauliche Daten für das Verschlüsselungsprozedere.

Auch für den US-Markt

Trotz des langwierigen Review-Prozesses des iTunes Store will der deutsche Entwickler weiterhin mit Apple arbeiten. Nach eigenen Angaben befinden sich die Münchner in Gesprächen mit dem Joint Venture von Apple und IBM und wollen die Verschlüsselungs-App in dessen Business-Paket vorstellen. Die 25-Euro-Lösung ist vor allem für die Kleinunternehmen gedacht, die sich keine eigene IT-Abteilung und MDM-Management leisten können oder wollen. Vor allem im Gesundheits- und Bankenwesen sehen die Entwickler ihre Chancen.

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