Secure Shell

Neue PuTTY-Version erschienen

Donnerstag den 14.07.2011 um 14:59 Uhr

von Frank Ziemann

Nach vier Jahren hat Simon Tatham eine neue Version des quelloffenen Terminalprogramms PuTTY veröffentlicht. Der beliebte SSH-Client für Windows und Linux versteht sich nun auch auf Single-Sign-On mit Kerberos. Wer PuTTY unter Unix selbst kompiliert, kann die grafische Oberfläche mit GTK2 aufpolieren.
PuTTY ist seit Jahren der beliebteste SSH-Client für den Fernzugriff mit dem Windows-PC auf Linux-Rechner. Seine Bedienung ist recht einfach, verglichen etwa mit dem OpenSSH-Client. Seit vier Jahren hat es keine neue Version der Open-Source-Software gegeben, doch nun hat Simon Tatham PuTTY 0.61 freigegeben.

Der kleine Versionssprung von 0.59 (Stand 2007)   auf 0.61 sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass in den letzten vier Jahren nicht nur zahlreiche Bugs beseitigt worden sind. PuTTY ist auf Windows 7 angepasst, verwendet dessen Aero-Design und ermöglicht nun auch die Nutzung proportionaler Schriftarten im Terminal-Fenster. Mit Hilfe der Sprunglisten können unter Windows 7 gespeicherte Sitzungen geöffnet werden, wenn PuTTY in der Taskleiste verankert ist.

Unter der Oberfläche ist die Unterstützung für die SSH-Komprimierung von OpenSSH hinzu gekommen. Zudem ermöglicht PuTTY jetzt Single-Sign-On mit Kerberos, denn es unterstützt SSH2-Authentifizierung via GSSAPI (Generic Security Services API). Unter Windows kann die X-Weiterleitung einen lokalen X-Server nutzen, ohne dass bei diese alle Ports für ankommende Verbindungen geöffnet werden müssen.

PuTTY 0.61
Vergrößern PuTTY 0.61

Während es für Windows fertige Kompilate gibt, müssen Linux- und Unix-Nutzer PuTTY selbst aus den Quelltexten kompilieren. Sie können dabei GTK2 verwenden, um die Bedienoberfläche etwas moderner wirken zu lassen. Offizielle Portierungen auf andere Plattformen sind nicht in Sicht - die für Mac schlummern in halbfertigem Zustand vor sich hin. Wer hier Abhilfe schaffen kann und will, sei herzlich willkommen, schreibt Simon Tatham auf der Website seines Projekts .

Da PuTTY Open Source (MIT-Lizenz) ist, haben unabhängige Entwickler den SSH-Client auf einige Mobilsysteme wie Symbian , iOS, Windows Mobile und Palm OS portiert. Teile von PuTTY stecken auch in anderen Projekten, etwa den Dateitransfer-Tools WinSCP und FileZilla. Abzuwarten bleibt, wie lange es bis zur nächsten PuTTY-Version dauern wird.

Donnerstag den 14.07.2011 um 14:59 Uhr

von Frank Ziemann

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