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Sechs Monate Haft für Tsunami-Hoax

25.01.2005 | 16:35 Uhr |

In England ist ein Mann wegen Hoax-Mails zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. In den Schreiben teilte er Hilfe suchenden Menschen, die Online nach Informationen zu Verwandten suchten, mit, dass diese durch den Tsunami in Asien getötet worden seien.

Der Tsunami in Asien schockte die ganze Welt, hunderttausende Tote sind zu beklagen. In den ersten Tagen nach der Katastrophe versuchten viele Angehörige, per Internet Informationen zu Verwandten oder Bekannten zu erlangen, die sich im Krisengebiet aufhielten. Viele der Anwender gaben dabei auf Info-Sites Mail-Adressen an, über die sie zu erreichen waren. Über eine solche Website des britischen Fernsehsenders Sky News gelangte ein Mann aus England an 35 Mail-Adressen, an die er daraufhin Mails schickte, in denen er den Betroffenen mitteilte, dass ihre Angehörigen ums Leben gekommen seien. Jetzt wurde dieser Mann zu sechs Monaten Haft verurteilt, berichtet die BBC .

Die Empfänger der Mails gingen bis zur Aufklärung durch die Hölle. "Ich kann die Schmerzen, die diese Mail verursachte, nicht erklären" und "Ich hoffe, dass die Person, die das getan hat, niemals dieses Leid ertragen muss, das sie verursacht hat und dass sie bestraft wird", zitiert die BBC Personen, die diese Mails erhalten haben.

Der Anwalt des Beklagten nannte die Tat "einen Moment des Wahnsinns" und bat die Betroffenen um Nachsicht. Ein Todesfall in seiner Familie und der psychische Druck auf Grund eines schwer kranken Kindes des Täters hätten einen Zusammenbruch des Angeklagten verursacht, der schließlich in den Mails gipfelte. Der 40-Jährige habe sich um seinen kranken Sohn kümmern müssen, seine Mutter habe Brustkrebs, sein Vater leide an den Folgen eines Schlaganfalls und bei seiner Tante sei Alzheimer diagnostiziert worden, so der Anwalt.

Doch dies ließen die Richter nicht als Entschuldigung gelten. Da der Beklagte für seine Aktion einen Mail-Account mit Falschangaben eröffnete, zeige die Tat "Elemente der Planung", so die BBC.

Scotland Yard benötigte zehn Tage, um die betroffenen Familien zu kontaktieren. Die Kosten hierfür beliefen sich laut BBC auf rund 10.000 Britische Pfund (zirka 14.400 Euro).

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