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Schwindel: Deutscher Hersteller produzierte illegale Microsoft-CD-ROMs

18.12.2001 | 11:10 Uhr |

Ein deutscher CD-ROM-Hersteller hat unwissentlich Raubkopien von Microsoft-Produkten im Wert von 60 Millionen US-Dollar produziert. Ein Broker hatte mit gefälschten Dokumenten die Raubkopien in Auftrag gegeben. Die Dokumente erweckten beim Hersteller der CD-ROMs den Eindruck, es handle sich um einen von Microsoft autorisierten Auftrag.

Ein deutscher CD-ROM-Hersteller hat unwissentlich Raubkopien von Microsoft-Produkten im Wert von 60 Millionen US-Dollar produziert. Ein Broker hatte mit gefälschten Dokumenten die Raubkopien in Auftrag gegeben. Die Dokumente erweckten beim Hersteller der CD-ROMs den Eindruck, es handle sich um einen von Microsoft autorisierten Auftrag.

Nachdem der Schwindel aufgeflogen war, lieferte der CD-ROM-Hersteller alle nötigen Informationen, um juristischer Schritte gegen den Broker und den Händler, von dem der ursprüngliche Auftrag kam, einzuleiten. Dadurch konnte Microsoft Deutschland zumindest einige der Personen ermitteln, die an dem Betrug beteiligt waren.

"Der Markt war voller illegaler CDs. Daher waren die Informationen, die uns der Produzent gegeben hat, sehr hilfreich. Dadurch konnten wir zumindest einige der Personen ermitteln, die diesen Rechtsverstoß geplant und begangen haben", erklärt Dr. Thomas Urek, Rechtsanwalt bei Microsoft.

Einer offiziellen Pressemitteilung von Microsoft zufolge hat sich das Unternehmen mit dem Produzenten der CDs gütlich geeinigt. Dabei spielte vor allem das kooperative Verhalten des Herstellers eine Rolle. Zusätzlich zahlte der Hersteller der CD-ROMs einen "erheblichen" Betrag an Microsoft. Im Gegenzug erklärte sich Microsoft dazu bereit, Stillschweigen über den Namen des Herstellers und den gezahlten Betrag zu wahren.

Damit ein solcher Fall nicht erneut passieren kann, hat der Hersteller der CD-ROMs zusätzlich zu dem bereits praktizierten Anti-Piracy-Programm noch strengere Kontrollen eingeführt.

Anti-Piracy-Web-Seite bei Microsoft

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