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VMware-Update legt virtuelle Server lahm

13.08.2008 | 14:28 Uhr |

Schwerer Patzer bei VMware: Ein fehlerhaftes Software-Update sorgte am Dienstag dafür, dass sich virtuelle Maschinen nicht mehr starten ließen.

Laut Angaben von VMware betrifft das Problem die Produkte ESX 3.5 und ESXi 3.5, auf die das Update 2 eingespielt wurde. Mittlerweile steht ein Patch bereit, der den Bug beseitigt. Eine fehlerbereinigte Version des Updates 2 soll ab morgen bereitstehen.

Der Fehler war nur auf Systemen aufgetreten, die mit den ESX 3.5 Update 2 und EXSi 3.5 versehen waren. VMware gab nicht bekannt, wie viele Kunden tatsächlich betroffen waren. Branchenbeobachter rechnen jedoch damit, dass die peinliche Panne VMware einen schweren Imageschaden einbringt.

„Hier handelt es sich um den bislang bekanntesten Fehler von VMware. Zweifellos wird er sich negativ auf das Unternehmen und das Thema Virtualisierung allgemein auswirken. Der Hypervisor ist der niedrigste Software-Level auf dem Server. Wenn ein Fehler wie dieser auftritt, legt er mit einem Schlag das gesamte System lahm“, erklärt Yankee-Group-Analyst Gary Chen . „Software wird immer fehlerhaft sein, aber bei einem so weit verbreiteten Problem, das alle virtuellen Maschinen betrifft, ist der Imageschaden gewaltig. Vor allem jetzt, wo das Thema Virtualisierung an Bedeutung gewinnt. VMware muss den Bug schnell beseitigen, den Vorfall erklären und für die Zukunft seine Qualitätssicherung verbessern.“

Betroffene Anwender berichten von ihren Erfahrungen im VMware-Forum . Dort finden sich reihenweise Einträge wie dieser: „Wir haben gerade ein schwerwiegendes Problem mit unserem ESX-Cluster – die Sache ist so ernst, dass ich andere Anwender hier ausdrücklich davor warne, das ESX 3.5 Update 2 einzuspielen.“ Der Anwender beschreibt, es erscheine eine Fehlermeldung, dass die Lizenz abgelaufen sei.

Laut Chen verhindere der Bug, dass virtuelle Maschinen gestartet oder hochgefahren werden können. Bereits laufende VMs bleiben dagegen in Betrieb. Eine mögliche Notmaßnahme sei, das Datum der ESX-3.5-(2)-Systeme zurückzusetzen. Für den Moment sei das zwar eine Lösung, Chen glaubt jedoch, dass solche Vorfälle das Vertrauen in virtuelle Infrastrukturen erschüttern.

„Immer mehr Unternehmen setzen auf virtuelle Infrastrukturen. Durch Fehler wie den Update-Bug werden Anwender aber eher mehrere Virtualisierungslösungen einsetzen, statt sich nur auf eine zu verlassen. Wer sein System zu hundert Prozent virtualisiert und dabei nur die Software eines einzigen Anbieters nutzt, ist anfällig für Softwarefehler und Sicherheitslücken. Ein Bug oder ein Angriff reicht, und das komplette System friert ein. Diese Risiken bestehen eben bei einer Monokultur, wie wir ja bei Windows, dem Internet Explorer und Ähnlichem gesehen haben.“

VMware-Anwender Jake Seitz, Baufachmann bei The First American Corp. (http://www.firstam.com/), hatte keine Probleme mit dem Bug. Er hatte den Patch noch nicht eingespielt, als ihn eine Warnung von VMware erreichte, VMs mit installiertem Update zu starten.

„VMware hat uns am Montag kontaktiert und vor dem Fehler gewarnt. Sie haben erklärt, was passiert, wenn wir das Update ausführen“, so Seitz. „Uns wurde genau gesagt, was wir zu tun hätten, um Probleme zu vermeiden.“ Obwohl sein Unternehmen nicht von der Patch-Panne betroffen war, hält er sie dennoch für eine der schwersten, die es bislang bei VMware gegeben hat. „Aus meiner Sicht ist das ein schwerer Fehler, schlimmer als die bisherigen. Normalerweise ist VMware sehr akkurat, deshalb wundert es mich, dass ihnen das entgangen ist.“

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