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Woher kommt die Malware von morgen?

23.01.2008 | 16:03 Uhr |

Nach Ansicht eines Antivirus-Herstellers wird in den nächsten Jahren immer mehr Malware aus Regionen wie Indien, Mittelamerika oder Afrika kommen. Ein Grund sind fehlende IT-Jobs in diesen Ländern.

Während heute die meisten Computer-Schädlinge aus China, Russland und Brasilien stammen, sollen in nächster Zukunft Afrika und Mittelamerika, etwa Mexiko, wichtige Quellgebiete neuer Malware werden. Der finnische Antivirus-Hersteller F-Secure prognostiziert für die kommenden Jahre eine Zunahme der Zahl krimineller Malware-Programmierer in diesen Regionen. Auch Indien soll wieder im Kommen sein.

Traditionell, also bis 2003 (siehe Bild), kam Malware vor allem aus Europa, den USA, Japan, Indien und Australien. Es waren vorwiegend Amateure, die sich mit ihren Programmierfähigkeiten hervor tun wollten.

In der Zwischenzeit hat sich das Bild gewandelt (siehe Bild links) - derzeit sind vor allem China, Russland (und weitere Teilgebiete der früheren UdSSR) und Brasilien die hauptsächlichen Herkunftsgebiete für Malware. Sie wird von kommerziell motivierte Online-Kriminellen programmiert und verbreitet.

In nächster Zeit werden die Zugangsmöglichkeiten zum Internet auch in weiteren asiatischen Ländern, in Afrika und in Mittelamerika immer besser. Mehr junge Menschen interessieren sich für Computer und Internet, finden jedoch keine berufliche Perspektive auf diesem Gebiet. Es fehlen die IT-Jobs, während die Online-Kriminalität leicht verdientes Geld verspricht.

Außerdem dürften Gesetzgebung und Strafverfolgung in solchen Ländern der Entwicklung hinterher laufen, mutmaßt Mikko Hypponen, Forschungsleiter bei F-Secure in Helsinki. Die gesellschaftlichen Probleme in diesen Staaten trübten den Blick auf die sich entwickelnde Online-Kriminalität und ließen keinen Raum für frühzeitiges Gegensteuern. So werden aus Schwellenländern Global Player in Sachen Malware und Online-Kriminalität.

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