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Schweden annulliert Votum zugunsten von Microsoft

31.08.2007 | 10:48 Uhr |

Office Open XML (OOXML) wird von den Schweden im internationalen Standardisierungsverfahren keine Stimme mehr bekommen.

Das schwedische Standardisierungsinstitut SIS hat seine Entscheidung vom Montag dieser Woche zugunsten von Microsofts Dokumentenformat für ungültig erklärt. Demzufolge wird das Land bei der ISO nicht mehr für die Anerkennung von OOXML als internationaler Standard stimmen, sondern am Verfahren nicht mehr teilnehmen. In einer Presseerklärung des SIS heißt es, ein an dem Landesvotum beteiligtes Unternehmen habe zwei Stimmen abgegeben, obwohl die Regeln nur eine Stimme pro SIS-Mitgliedschaft erlauben. Die Zeitschrift "OS/2 World" meldet, in der entscheidenden Sitzung seien drei Vertreter von Microsoft präsent gewesen und anscheinend hätten diese zwei Stimmen abgegeben.

Die überraschende Entscheidung des SIS vom 27. August löste einen Skandal aus, der internationale Dimensionen gewonnen hat. Microsoft Schweden hatte Business Partner mit Versprechungen auf Vergünstigungen dazu bewegt, am nationalen Standardisierungsverfahren teilzunehmen und ihre Stimme für OOXML abzugeben. In den letzten Tagen ist herausgekommen, dass Microsoft auch in anderen Staaten die Standardisierungsverfahren mit Stimmenkauf oder anderen Tricks manipuliert hat ( mehr dazu hier ). Jedes Mitgliedsland der ISO hat eine Stimme bei der Abstimmung darüber, ob Microsofts Dokumentenformat Office Open XML (OOXML) in den Rang eines internationalen Standards erhoben wird. (ls)

- WIRD FORTGESETZT -

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