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Mit Ameisen gegen Computer-Würmer

30.09.2009 | 13:23 Uhr |

Amerikanische Forscher wollen mit Hilfe von Schwarmintelligenz nach Malware-verseuchte Rechnern im Netzwerk suchen. Die von Ameisen abgeguckte Methode soll die Ressourcen weniger belasten als ein komplettes Antivirusprogramm.

Während die intellektuellen Fähigkeiten einer einzelnen Ameise recht begrenzt sind, gilt das ausgeprägte Sozialverhalten eines Ameisenvolks durchaus als hoch effizient. Man spricht auch von Schwarmintelligenz. Eindringlinge werden schnell erkannt und bekämpft. Dieses Erfolgsmodell der Natur wollen Wissenschaftler der Wake Forest University in North Carolina, USA, auf Computernetzwerke übertragen und so Malware aufspüren.

Ein Forscherteam um Prof. Dr. Errin W. Fulp hat einen Schwarm von digitalen Ameisen entwickelt, von denen jede eine unterschiedliche Erkennungsroutine für schädlichen Code mitbringt. Statt einer auf jedem Rechner im Netzwerk installierten Antivirus-Software krabbeln die digitalen Ameisen Ressourcen-schonend durch das Netzwerk und untersuchen Programme. Findet eine verdächtigen Code, hinterlässt sie eine digitale Markierung, die weitere Artgenossen anzieht. Diese können ihre jeweiligen Marker hinzu fügen.

Je mehr Ameisen einen Rechner als verseucht einstufen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der PC tatsächlich infiziert ist. In einem Experiment mit etwa 3000 verschiedenen Ameisen in einem Netzwerk von 64 Rechnern am Pacific Northwest National Laboratory haben die Forscher auf diese Weise einen verwurmten Rechner aufgespürt.

Die Ameisen krabbeln keineswegs unkontrolliert in den Rechnern herum. Sie werden von lokal installierten Software-Agenten überwacht und gelenkt, die an Kontrolleinheiten im Netzwerk Bericht erstatten. Diese werden von Menschen überwacht und gesteuert. Nach Ansicht von Errin Fulp eignen sich solche Ansätze vor allem für große Netzwerke identischer Rechner, wie sie in Unternehmen und Behörden zu finden sind.

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