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Opera will Scrollleisten in Browsern abschaffen

31.10.2011 | 12:01 Uhr |

Der derzeitige Opera-CTO Håkon Wium Lie hat in einem Interview geäußert, dass er für eine Abschaffung der Scrollleisten in Browsern wäre. Mit dem Opera Reader demonstriert Opera, wie das Web von morgen aussehen könnte.

Håkon Wium Lie ist seit 1999 bei Opera als Chief Technology Officer tätig und hat sich außerdem einen Namen als Verfasser des Cascading Style Sheets (CSS) einen Namen gemacht, das er 1994 erstmalig zur Standardisierung vorschlug. In einem Interview hat Wium Lie nun geäußert, die bisher in Browsern genutzte Scroll-Leiste durch eine seiten-basierte Navigation ersetzen zu wollen.

Dazu hat der Opera-CTO bereits eine Erweiterung von CSS verfasst, die CSS Generated Content for Paged Media (GCPM) heißt. Sollte GCPM standardisiert weden, könnten Browser Inhalte künftig mit einer von E-Readern her bekannten Navigation anzeigen.

In einem Interview verweist Lie darauf, dass die Menschen vor über 2000 Jahren Papierrollen (engl. scrolls) nutzten, um Inhalte zu lesen. Die Römer zerlegten schließlich die Papierrollen und banden Bücher aus einzelnen Seiten. "Mit Büchern kann man einfacher umgehen als mit Papierrollen", sagte Lie in dem Interview.

Browser nutzten dagegen das veraltete Papierrollen-Prinzip und zwingen den Leser zur Nutzung einer Scroll-Leiste, um den gesamten Inhalt zu lesen. Das Papierrollen-Prinzip, so Lie, haben die Browser genutzt, um Inhalte auf jedem Bildschirm darstellen zu können. Die Idee dafür hätten sie sich bei Desktop-Applikationen, wie Textverarbeitungen, kopiert. Bei der Gestaltung von Websites habe das Prinzip aber den Nachteil, dass die Design-Möglichkeiten stark eingeschränkt sind. So würden viele Websites nur eine Spalte nutzen, um ihre Inhalte anzuzeigen.

Das von Lie verfasste GCPM soll es den Web-Designern mit möglichst wenigen Befehlen erlauben, die Inhalte mit einer seitenbasierten Navigation anzuzeigen. Um zu demonstrieren, welche Vorteile GCPM für die Web-Designer und die User hätte, hat Opera einen Opera-Browser erstellt, der den GCPM-Standard bereits unterstützt und den Namen Opera Reader trägt. Zusätzlich hat Opera einige Beispiel-Inhalte in diesem neuen Format online gestellt , die die Vorzüge von GCPM aufzeigen sollen.

Öffnet man beispielsweise im Opera Reader das Beispiel-Dokument "Alice im Wonderland", dann richtet sich die Menge des angezeigten Textes automatisch an der Größe des Browser-Fensters. Per Druck auf die Leertaste springt der Leser zur nächsten Seite. Vorteil: Der Anbieter der Website braucht sich nicht mehr darum kümmern, mit welchem Endgerät und dessen Bildschirmgröße die Inhalte angezeigt werden. Der Browser löst dieses Problem über die Unterstützung von GCPM selbst und bietet immer eine optimale Ansicht des Inhalts an.

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