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Schnüffelprogramm Carnivore auf dem Vormarsch

18.09.2001 | 12:06 Uhr |

Experten rechnen damit, dass die in den USA verübten Terroranschläge die Installation von Internet-Schnüffelsystemen begünstigen. So registriere die US-Bundespolizei FBI seit den Attentaten eine höhere Bereitschaft von Systemadministratoren, das Mail-Spionagesystem "Carnivore" einzurichten.

Experten rechnen damit, dass die in den USA verübten Terroranschläge die Installation von Internet-Schnüffelsystemen begünstigen. So registriere die US-Bundespolizei FBI seit den Attentaten eine höhere Bereitschaft von Systemadministratoren, das Mail-Spionagesystem Carnivore einzurichten. Dies berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche .

Mit "Carnivore" können aus einem Datenstrom Mails von und an einen Verdächtigen herausgefiltert werden. Dabei wird ein Computer mit der Software bei dem Provider installiert und mit dessen Servern verbunden. "Carnivore" soll in der Lage sein, Millionen von Mails in einer Sekunde zu überprüfen.

Allerdings sind die Schwächen solcher Systeme altbekannt. Wie auch bei der Kommunikations-Überwachung "Echelon" dürfte weniger das Erfassen der Daten das Problem sein als vielmehr die Auswertung der gigantischen Datenmengen.

Bei Mails besteht außerdem das Problem, dass jedermann seine Daten wirksam verschlüsseln kann, seitdem starke Verschlüsselungsverfahren von den USA aus weltweit vertrieben werden dürfen.

Auch Forderungen, kryptografische Verfahren in Zukunft stärker zu reglementieren, dürften nur begrenzt wirksam sein, so die Experten. Schließlich sind wirksame Verfahren ohne Hintertüren bereits verfügbar.

US-Fahnder jagen Terroristen auch im Internet (PC-WELT Online, 13.09.2001)

Echelon: USA bespitzeln deutsche Wirtschaft (PC-WELT Online, 30.05.2001)

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