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Schnüffeln weit verbreitet

30.06.2000 | 22:06 Uhr |

Das Eingeständnis von Oracle, seinen Erzrivalen Microsoft ausspioniert zu haben, stößt in den USA nur auf wenig Empörung. Vielmehr gehen Experten davon aus, dass Schnüffeleien bei Konkurrenten längst zum Alltag gehören.

Das Eingeständnis von Oracle, seinen Erzrivalen Microsoft ausspioniert zu haben, stößt in den USA nur auf wenig Empörung. Vielmehr gehen Experten davon aus, dass Schnüffeleien bei Konkurrenten längst zum Alltag gehören.

Wie die USA Today berichtet, ist Wirtschaftsspionage vor allem im Silicon Valley weit verbreitet, wo Wissen als Lebenselixier vieler Technologie-Unternehmen gilt. "Eigentlich alle der 500 größten Unternehmen der USA haben firmeninterne Abteilungen zur Bespitzelung von Konkurrenten", erklärte Alden Taylor, Analyst bei Kroll Associates, gegenüber der US-Zeitung.

In den meisten Fälle dient Taylor zufolge Wirtschaftsspionage dazu, etwa Gewinnspannen oder Projektvolumina der Konkurrenten zu erfahren. Die Methoden seien in der Regel legal, die Schnüffler besorgten sich die Informationen etwa aus Daten der Securities and Exchange Commission, Lobbyisten-Organisationen des US-Kongresses oder anderen öffentlich zugänglichen Quellen. Nur in Einzelfällen würde es zu illegalen Aktionen kommen.

Oracle-Chef Larry Ellison hatte kürzlich eingeräumt, Privatdetektive auf den Redmonder Konkurrenten Microsoft angesetzt zu haben. Die engagierten Detektive hatten Anfang des Monats u.a. versucht, einer Putzkolonne illegalerweise Papierabfälle der von Microsoft unterstützten Organisation Association for Competitive Technology abzukaufen. Angeblich hatten die Ermittler 1.200 US-Dollar für den Papiermüll geboten. (PC-WELT, 01.07.2000, jas)

Clintons Detektive gegen Microsoft (PC-WELT Online, 28.07.2000)

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