22.08.2012, 18:03

Denise Bergert

Schlussplädoyers

Patentrechtsstreit zwischen Apple und Samsung geht ins Finale

©Samsung

Apple und Samsung haben in dieser Woche ihre Schlussplädoyers im wohl größten Patentrechtsstreit der letzten Jahre gehalten. Das Urteil ist in den nächsten Wochen zu erwarten.
Nach einem monatelangen Patentrechtsprozess zwischen Apple und Samsung haben die Anwälte beider Parteien in dieser Woche ihre Schlussplädoyers gehalten. Der Kampf der beiden Elektronik-Hersteller geht damit in die letzte Runde. Das Urteil über die Vorwürfe des Ideen-Klaus werden neun Geschworene fällen und in den nächsten Wochen verkünden.
AllThingsD-Redakteur John Paczkowski hat den Prozess verfolgt und berichtete in dieser Woche live aus dem Gerichtssaal. Apple-Anwalt Harold McElhinny hatte dabei als erster das Wort. Seiner Ansicht nach sei klar, dass Samsung beim Design seiner Galaxy-Geräte von Apple abgeschaut habe. Beweis dafür seien interne Dokumente des Konzerns, in denen von einer Design-Krise die Rede sei. Weitere Hinweise sollen zudem Vergleichsfotos mit Apples iPhone geben. Samsung habe laut McElhinny Kapital aus dem Apple-Smartphone schlagen wollen, indem sich das Unternehmen so nah wie möglich an das iPhone-Design angenähert habe.
Samsung hatte im Prozess versucht, die Apple-Design-Patente als zu allgemein abzuwiegeln, hätte dafür laut Apple jedoch keine Beweise vorbringen können. Sogar Google habe Samsung laut dem Anwalt vor einer zu detailgetreuen Kopie gewarnt. Bei den Käufern hätte die „Samsung-Kopie“ schlicht für Verwirrung gesorgt, wodurch die guten Absatzzahlen zu erklären seien.
Laut Samsungs-Anwalt Charles Verhoeven sei die Form der Samsung-Smartphones auf die Technik-Evolution zurückzuführen. Eine Kunden-Verwirrung hält er für unmöglich. Verhoeven unterstellt Apple weiterhin, seine Zeugen bestochen zu haben. Während Apple in seinem Schlussplädoyer auf Argumente setzte, konzentrierte sich der Samsung-Anwalt lediglich darauf, den Prozess in Frage zu stellen. Ob diese Argumentation ausreicht, um die Geschworenen in Samsungs Richtung zu ziehen, wird sich zeigen müssen.
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