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Schlappe für Power-Shopping

12.10.2000 | 16:20 Uhr |

Das Landgericht Köln hat das so genannte "Power-Shopping" für unzulässig erklärt. In einem Urteil wurde dem Onlineshop Primus-Online verboten, in Zukunft Mengenrabatte für Gemeinschaftskäufe im Internet zu geben. Eine ähnliche Verfügung war im Juli an den Onlineshop Letsbuyit ergangen, wurde dann aber von höherer Instanz aufgehoben.

Das Landgericht Köln hat dem Onlineshop Primus-Online verboten, in Zukunft Mengenrabatte für Gemeinschaftskäufe im Internet zu geben. Bei Zuwiderhandlung droht dem Kölner Unternehmen ein Ordnungsgeld von bis zu 500.000 Mark. Kläger war die "Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs"

Bei dem beanstandeten Preismodell ist der Preis für eine angebotene Ware an die Zahl von Käufern gekoppelt. Je mehr Interessenten sich für eine Ware finden, desto weniger müssen sie zahlen. Der Mengenrabatt wird also an die Käufer weitergeben. Das Gericht entschied, dass dieses Preismodell als " übertriebenes Anlocken" unlauteren Wettbewerb darstelle.

Das Ergebnis war für den Online-Shop nicht unerwartet gekommen. "Das erschreckt uns nicht. Wir sind davon ausgegangen, dass das Urteil so ergeht," erklärte Nils Hachen, Pressesprecher für Power-Shopping bei Primus-Online. Eine ähnliche Verfügung war im Juli an den Onlineshop Letsbuyit ergangen, wurde dann aber von höherer Instanz aufgehoben.

Auch Primus-Online will gegen das Urteil Berufung einlegen. "Uns schwebt eine Sprungrevision vor, gleich vor den BGH. Wir glauben, dass dort endgültig entschieden wird, dass unser Modell nicht sittenwidrig ist und keinen unlauteren Wettbewerb darstellt." Für den Fall einer abermaligen Niederlage gibt es deshalb noch keine festen Pläne. "Ein worst-case-scenario gibt es noch nicht," so Hachen. (PC-WELT, 12.10.2000, meh)

PC-WELT Aufgedeckt: Der eigene Online-Shop

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