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Bing soll Google-Suchergebnisse kopiert haben

02.02.2011 | 12:22 Uhr |

Microsoft muss sich derzeit den Vorwurf gefallen lassen, Suchergebnisse von Google kopiert zu haben, um die Suchergebnisse der eigenen Suchmaschine Bing zu verbessern. Google hat Microsofts Bing eine Falle gestellt und - so heißt es - auf frischer Tat erwischt.

Google war laut eigenen Angaben aufgefallen, dass die Suchergebnisse von Bing den Suchergebnissen von Google stark ähnelten. Aus diesem Grund stellte Google eine Falle: Google schmuggelte in seine normalen Suchergebnissen zu bestimmten Suchanfragen speziell präparierte Suchergebnisse.

Anschließend wurden 20 Google-Techniker damit beauftragt, auf ihrem Heim-Laptop auf Bing die vorgegebenen Suchanfragen zu tätigen, wobei die Techniker den Internet Explorer mit aktivierter Toolbar nutzten. Das Ergebnis: Nach knapp zwei Wochen tauchten bei Bing die speziell präparierten Suchergebnisse auf, die eigentlich nur bei Google auftauchen dürfen.

Google ging nun mit der Story publik, indem das Unternehmen mit dem Suchmaschinen-Experten Danny Sullivan sprach, der die Website Searchengineland.com betreibt. Fest steht, so Sullivan, dass Google die betreffenden Suchergebnisse um spezielle Seiten  erweitert habe, die nichts mit der eigentlichen Suchanfrage zu tun haben und damit nur in den Suchergebnissen erscheinen, weil dies Google so will. Das diese Seiten nach einiger Zeit bei der gleichen Suchanfrage bei Bing erscheinen deute darauf hin, dass Bing die Suchergebnisse von Google kopiert habe.


Amiz Singhal, der bei Google für den Ranking-Algorithmus der Suchmaschine verantwortlich ist, wird mit den Worten zitiert: "Ich habe meine ganze Karriere mit dem Streben nach einer guten Suchmaschine verbracht. Ich habe keine Probleme damit, wenn ein Konkurrent einen innovativen Algorithmus entwickelt. Aber etwas zu kopieren ist keine Innovation."

Microsoft weist die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme zurück. Harry Shum, Corporate Vice President für Bing bei Microsoft, schreibt //www.bing.com/community/site_blogs/b/search/archive/2011/02/01/thoughts-on-search-quality.aspx: im offiziellen Bing-Blog : "Das Bing-Entwickler-Team hat die letzten Jahre hart daran gearbeitet, den beste Such-Relevanz und -Qualität auf dem Markt für unsere Anwender zu liefern. Das ist unsere höchste Priorität jeden Tag."

Der Bing-Algorithmus, so Shum weiter, nutze über 1000 unterschiedliche Signale und Features und ein kleiner Teil davon seien "Clickstream"-Daten, die man von seinen Anwendern erhalte, die zugestimmt hätten, anonymisierte Daten an Bing zu liefern, um den Dienst kontinuierlich zu verbessern. Mit anderen Worten: Bing habe nicht die Suchergebnisse von Google kopiert, sondern durch die von den Nutzern erhaltenen Daten seien die Bing-Suchergebnisse verbessert worden.

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