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Schlacht von Waterloo heute im Browser nachverfolgen

18.06.2015 | 09:50 Uhr |

Am 18 . Juni 1815 um 11.30 Uhr begann die Entscheidungsschlacht zwischen Großbritannien, Preußen und deren Verbündeten und Napoleons Truppen. Sie können die Schlacht heute ab 11.30 Uhr im Browser nachverfolgen. In einem digitalen Reenactment.

Vor 200 Jahren schickten die Truppen Englands, Preußens und einiger weiterer verbündeter Staaten Napoleon endgültig aufs Altenteil: In der Schlacht von Waterloo besiegten die alliierten Truppen das letzten Aufgebot des kleinen Korsen. Am 18 . Juni 1815 um 11.30 Uhr begann die Entscheidungsschlacht im heutigen Belgien. Sie können die Schlacht heute ab 11.30 im Browser nachverfolgen. In einem digitalen Reenactment.

Napoleon war eigentlich schon besiegt gewesen, nach der Völkerschlacht von Leipzig 1813 und dem Einmarsch der Alliierten nach Frankreich war der Kaiser der Franzosen auf die Mittelmeer-Insel Elba verbannt worden. In Frankreich regierte wieder ein Bourbone, nämlich Ludwig der XVIII., und auf dem Kongress in Wien regelten die Sieger über Napoleon die Geschicke Europas. Dachten sie zumindest, bis die Nachricht eintraf, dass Napoleon von Elba geflüchtet und in Frankreich gelandet ist. Binnen kurzer Zeit stellte er dort eine neue Armee auf – der allerdings einige seiner erfahrenen Offiziere früherer Zeiten fehlten – und so kam es schließlich im Juni bei Waterloo/Belle-Alliance in Belgien zur alles entscheidenden Schlacht.

Hier verfolgen Sie die Schlacht von Waterloo im Browser

Diese Schlacht begann am 18. Juni 1815 um 11:30 Uhr mit dem Angriff der französischen Infanterie auf die Stellungen der englischen Truppen bei dem Gehöft Hougoumont. Wie die Schlacht sich dann entwickelte können Sie hier mit einem digitalen Reenactment detailliert verfolgen. Das Reenactment soll alle wichtigen Phasen der Schlacht zeigen und mit der Niederlage der berühmten Garde Napoleons enden; einen Zeitplan können Sie auf dieser Webseite nachlesen.

Was ist eigentlich Reenactment?

Beim Reenactment stellen Menschen historische Szenen nach. Um das Leben der Vergangenheit für die Menschen von heute nachvollziehbar und anschaulich zu machen. Teilweise auch mit hohem wissenschaftlichen Anspruch, um Detailfragen beispielsweise zur Ausrüstung vergangener Tage im Praxiseinsatz zu klären. Typische Beispiele für Reenactement sind das „Nachspielen“ des Alltagslebens der Germanen und Kelten, Märsche und Kämpfe der römischen Armee, Schlachten der Armeen der frühen Neuzeit und leider auch Szenen aus dem zweiten Weltkrieg, bei denen Menschen mit Flecktarnanzügen der Waffen-SS und nachgebauten oder restaurierten Panzern der deutschen Wehrmacht und Kübelwagen das historische Geschehen „nachstellen“ (oder was sie darunter verstehen). Mit teilweise recht zwielichten politischen Ansichten und sehr eigenwilligen Interpretationen der tatsächlichen Ereignisse. Diese Gefahr einer rechtsradikalen Unterwanderung besteht bei dem Reenactment zur Schlacht von Waterloo aber nicht.

Übrigens: In Deutschland gibt es speziell für die Zeit des römischen Imperiums eine sehr spezielle Spielart des Reenactments: Denn hierzulande schippern zwei nachgebaute römische Patrouillenboote auf Donau und Rhein herum. Mit deren Originalen die Römer einst die Grenze zum freien Germanien überwachten.

Reenactment findet also normalerweise in Fleisch und Blut mit echten Menschen statt, beim heutigen Reenactment der Schlacht von Waterloo handelt es sich aber um ein digital umgesetztes Unterfangen.
 
 

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