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Schily will Linux auf Desktop-Rechnern des Bundes

01.07.2002 | 14:14 Uhr |

Vor kurzem unterzeichnete Bundesinnenminister Otto Schily mit IBM einen Vertrag über den Einsatz von Open-Source-Software in allen öffentlichen Verwaltungen. Dabei standen zunächst Server-Systeme im Mittelpunkt der Kooperation. Jetzt will Schily noch mehr und dem Open Source-System auch auf Desktop-Rechnern zum Durchbruch verhelfen.

Vor kurzem unterzeichnete Bundesinnenminister Otto Schily mit IBM einen Vertrag über den Einsatz von Open-Source-Software in allen öffentlichen Verwaltungen. Dabei standen zunächst Server-Systeme im Mittelpunkt der Kooperation. Jetzt will Schily noch mehr und dem Open Source-System auch auf Desktop-Rechnern zum Durchbruch verhelfen, wie die Wirtschaftswoche online berichtet.

Das kündigte Bundesinnenminister Otto Schily im Gespräch mit "Handelsblatt-Netzwert" (Montagausgabe) an. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik soll Schily zufolge solche Pilotprojekte in Bundesbehörden unterstützen, bei denen der Einsatz von Linux auf Arbeitsplatzrechnern erprobt wird.

Die Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen und Skeptiker gegenüber Linux überzeugen. Zusammen mit dem Vertrag mit IBM will der Innenminister so Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern vermeiden. Der SPD-Politiker will damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen soll die Sicherheit gegenüber Virenattacken und Mailwürmern auf den Rechnern staatlicher Einrichtungen erhöht werden und zum anderen will Schily den Staat bei Vertragsverhandlungen mit Software-Lieferanten in eine bessere Ausgangsposition bringen. Ganz nach dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft und drückt die Preise.

Schily hofft, dass auch andere Behörden seinem Beispiel folgen und Alternativen zu Microsoft-Produkten einsetzen. Als Beispiel nannte er das Bundeskartellamt, das Beschaffungsamt und die niedersächsische Polizei. Hier plane man die Umstellung auf offene Systeme.

Microsoft solle jedoch keineswegs der Stuhl vor die Tür gesetzt werden. Allerdings solle die Software des Redmonder Riesen besser mit anderen Produkten zusammenarbeiten. "Hier ist Microsoft leider nicht so kooperativ, wie ich mir das wünschen würde", kritisiert Schily.

Linux in der Bundesverwaltung: heute Vertragsunterzeichnung (PC-WELT Online, 03.06.2002)

Beschlossene Sache: Linux auf Bundestags-Servern (PC-WELT Online, 15.03.2002)

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