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Scharfe Kritik für ARDs Digitalstrategie

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien wirft der ARD vor, Vorgaben der EU-Kommission durch eine zeitnahe Zielvereinbarung auszuhebeln.

Die Digitalstrategie der ARD erntet vom Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) harsche Kritik. Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes, bezeichnet die Pläne der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt als „digitales Utopia“ zu Lasten der Gebührenzahler und des dualen Rundfunksystems. Doetz wirft den Intendanten angesichts der EU-Vorgaben zur „Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland“ vom April dieses Jahres und der geplanten Umsetzung durch die Länder einen vollkommenen Realitätsverlust vor und bezeichnet das Papier als maßloses Wunschdenken der öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Deshalb fordert der Vorstand, dass der Programmauftrag im Hinblick des „Public Value Tests“, dem künftig neue Angebote der Öffentlich-Rechtlichen unterzogen werden sollen, quantitativ und qualitativ konkret beschrieben und staatsvertraglich verankert werden muss. Dagegen habe eine unbestimmte Experimentierklausel, die auf dem Grundsatz zu basieren scheint, dass alles vom Grundversorgungsauftrag umfasst ist, was technisch möglich ist, mit der Grundidee des dualen Rundfunksystems nichts mehr zu tun.
Die Digitalstrategie der ARD umfasst das Bereitstellen einer 100-sekündigen Ausgabe der Tagesschau über das UMTS-Mobilfunknetz ab Mitte Juli, ein Audio- und Videoportal ab Anfang September sowie HDTV-Inhalte anlässlich der Olympischen Winterspiele im Februar 2010.

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