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Schädlich, schlüpfrig, höflich - Virus Hall of Fame vorgestellt

21.12.2004 | 16:36 Uhr |

Panda hat eine Liste mit Malware für 2004 veröffentlicht: Zugang in diese Virus Hall of Fame bekam diejenige Malware, die sich aus Sicht der Sicherheitsspezialisten von der Menge abhob. Sei es, weil sie besonders ausgeklügelt oder besonders schlüpfrig waren.

Die Reihe der Sicherheits-Spezialisten, die einen Jahresrückblick für 2004 auf die Beine gestellt haben, wird länger. Panda hat jetzt eine Virus Hall of Fame 2004 veröffentlicht. Wer war der Gefährlichste, welcher der Höflichste und welcher der Gesprächigste?

Die zweifelhafte Ehre des Titels "The most damaging", also dem Schädlichsten, gebührt Sasser. Nach Meinung von Panda ging er Anwendern durch seine kontinuierlichen Reboots ganz besonders auf die Nerven. Als einzig positiven Lichtblick in diesem Zusammenhang sieht das Unternehmen, dass der Autor der Malware aufgespürt wurde.

Die Wahl des "Anspruchvollsten" war Panda zufolge dagegen nicht ganz so einfach. Man entschloss sich schließlich für Noomy.A, da der Wurm eine Website zu kontaktieren versuchte, Denial of Service (DoS)-Attacken vorbereitete und sich via Mail und IRC verbreitete.

Erheblich leichter dürfte den Sicherheitsspezialisten dann die Wahl des Gesprächigsten gefallen sein, da es nur einen Anwärter in der Kategorie gab. "The most talkative“ fiel auf Amus.A. Er kam mit der Ankündigung "Listen and Smile" via Mail und machte sich auf Rechnern mit XP die Sprachausgabe zunutze, um seine Anwesenheit zu verkünden.

Für den Schüchternsten hält Panda indes Varianten von Bagle. Begründung dafür: Bagle gibt sich in diesen sehr zugeknöpft, das heißt er kommt in einer geschützten Zip-File an, um eventuell vorhanden Virenwächtern zu entgehen.

Nicht besonders häufig in diesem Jahr anzutreffen aber natürlich immer einen Versuch wert: Tasin.C sorgte für das Öffnen des Browsers und die Anzeige eines Bildes einer spanischen Schönheit - den Rest kann man(n) sich wohl denken. Die Malware bekam die Auszeichnung "Die Schlüpfrigste“.

Ein stark ausgeprägter Grad an Schizophrenie wird Bereb.C vorgeworfen. Die Malware breitete sich nämlich unter dem Deckmäntelchen von einigen Hundert verschiedenen Namen über P2P aus. Panda mutmaßt, dass nicht einmal der Autor der Malware in der Lage sei, sich an den ursprünglichen Namen der Datei zu erinnern.

Ebenfalls "ausgezeichnet“ wurden StartPage.AV, Harnig.B und Multidropper.AM als die Höflichsten, die Gaobot-Familie für ihre Tendenz, immer und immer wieder aufzutauchen, und zu guter Letzt auch Zafi.D für seine polyglotte Ader. Der Wurm wurde schließlich dafür konzipiert in möglichst vielen Sprachen "Merry Christmas" und ähnliche Grußformeln aufzusagen.

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