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Schädigt Onlineshopping die Umwelt?

19.12.2000 | 11:59 Uhr |

Eine Studie der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh nahm die ökologischen Auswirkungen des Online-Shoppings genauer unter die Lupe. Am Beispiel "Harry Potter" wird deutlich, wie umweltfeindlich der Kauf im Internet sein kann.

Eine Studie der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh nahm die ökologischen Auswirkungen des Online-Shoppings genauer unter die Lupe.

Die Veröffentlichung des vierten Teils der "Harry-Potter"-Serie war die Ausgangsbasis für die Frage, welcher Weg der ökologischere ist: Eine Online-Bestellung oder der direkte Kauf beim Buchhändler.

Während hunderte Fans um Mitternacht vor diversen Buchläden in aller Welt Einlass begehrten, klickten Millionen andere bei Amazon und Co. auf das Buch-Symbol und ließen sich die Ausgabe nach Hause schicken.

Dieser bequeme Weg ist jedoch, nach Erkenntnissen der Wissenschaftler, zum Teil umweltfeindlich. Während die Auslieferung an Buchläden in großen Stückzahlen erfolgt, wird bei einer Online-Bestellung lediglich eine einzelne Ausgabe verschickt.

Die Einzelverpackungen und die Abgase von Lieferanten wie UPS oder Post lassen so die Energiebilanz eines Internet-Shoppers ins Negative wandern. Allerdings muss nicht gleich jeder Internet-Käufer ein Umweltsünder sein. Ob eine Online-Bestellung negative Folgen für die Umwelt hat, hängt auch davon ab, wie weit der nächste Buchladen entfernt ist und welche Strecke ein bestelltes Buch zurücklegen muss, um beim Empfänger einzutreffen.

Umgerechnet bedeutet dies, dass ein Online-Kauf dann negativ für die Umwelt ist, wenn der nächste Buchladen weniger als 3,2 Kilometer vom Wohnort entfernt ist.

"Konsumenten sind nicht daran gewöhnt, sich beim E-Commerce Gedanken über die ökologischen Auswirkungen zu machen", so H. Scott Matthews, Direktor der Studie bei Carnegie Mellon. "Wenn Menschen online einkaufen, denken sie nicht notwendigerweise daran, was passiert. Vielmehr scheint es, als ob die Ware vom Kaufhaus nach Hause teleportiert wird. Die Tatsache, dass man nicht zu einem Bücherladen geht, bedeutet nicht, dass dies keine ökologischen Auswirkungen hat. In manchen Fällen sind diese sogar schlimmer."

Auch der Verpackungsaufwand wird kritisch gesehen. Bücher, die Online bestellt werden, verbrauchen 2,5 Mal mehr Verpackungsmaterial als Bücher in normalen Geschäften. (PC-WELT, 19.12.2000, mp)

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