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Gefälschte Antivirusprogramme mit exponentiellem Wachstum

19.11.2009 | 15:46 Uhr |

Eine Analyse von Kaspersky Lab zeigt, dass vorgebliche Schutzprogramme, so genannte Scareware, eine wichtige Geldquelle für Online-Kriminelle sind. Ihre Verbreitung hat in einem Jahr um 600 Prozent zugenommen.

Fast immer, wenn sich Internet-Nutzer heutzutage Malware einfangen, landet im weiteren Verlauf der Infektion auch so genannte Scareware auf dem PC. Dabei handelt es sich um vorgebliche Antivirusprogramme, die ständig Warnmeldungen über (vorgetäuschte) Schädlingsfunde anzeigen. Sie sollen die Opfer dazu nötigen ebenso überteuerte wie nutzlose Vollversionen der betrügerischen Schutzprogramme zu kaufen.

In einer kürzlich veröffentlichten Analyse des Antivirusherstellers Kaspersky Lab untersucht der Malware-Forscher Wjatschewslaw Sakorschewski die Entwicklung auf dem Scareware-Sektor. Demnach hat die Verbreitung betrügerischer Antivirusprogramme vom ersten Halbjahr 2008 bis zum ersten Halbjahr 2009 um 600 Prozent zugenommen. Allein 30.000 Signaturen für Scareware sind in den Virendatenbanken von Kaspersky enthalten. Ein baldiges Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen - der Trend zeigt vielmehr weiter steil nach oben.

Der steile Anstieg der Verbreitung und die offenkundige Beliebtheit bei Online-Kriminellen sind auch dadurch zu erklären, dass es recht einfach ist immer neue Varianten mit neuen Namen her zu stellen und sie auf bewährte Weise unters Volk zu bringen. Hauptgrund ist jedoch, dass weiterhin viele Menschen darauf herein fallen und den Online-Kriminellen so ein leicht verdientes und hohes Einkommen sichern.

Die Verbreitung wird durch so genannte "Affiliates" (Vertriebspartner) voran getrieben, die pro installiertem Scareware-Programm ein paar Cent Prämie erhalten. Die gleichen Leute bewerben auch Abzocker-Websites oder zweifelhafte Heilmittel - Hauptsache, die Kasse stimmt.

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