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Eutelsat plant Einstieg bei Galileo

19.09.2007 | 10:20 Uhr |

Der französische Satellitenkonzern Eutelsat plant einen Einstieg beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo.

"Eutelsat ist in idealer Weise dafür geeignet, die Flotte von 26 Satelliten für Galileo zu planen und zu beschaffen", sagte Konzernchef Giuliano Berretta dem "Handelsblatt". "Wir sind das einzige Unternehmen, das bereits mögliche Anwendungen von Galileo umsetzt." So betreibt der Pariser Konzern ein Satellitennavigations- und Kommunikationssystem für Lastwagen in Europa namens Euteltracs, das beispielsweise deutsche Logistikunternehmen wie Willi Betz oder Westermann nutzen.

Beretta, ein früherer Manager der europäischen Raumfahrtagentur ESA, gilt als leidenschaftlicher Befürworter von Galileo. Von seiner eigenen Mission ist er überzeugt. "Wir haben gezeigt, dass wir ehrgeizige Projekte planen und implementieren können", sagt der Italiener. "Wir wollen bei Galileo keine Führungsrolle übernehmen. Doch wir bieten an, eine aktive Rolle zu übernehmen, um weitere Verspätungen zu vermeiden." Er geht davon aus, dass im Fall von Galileo alles bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein wird. Berretta hat bereits Gespräche mit der EU-Kommission geführt.

Die "Welt" berichtet unterdessen, mit Umschichtungen im Haushalt wolle die EU-Kommission das geplante europäische Satellitennavigationssystem Galileo vor dem vorzeitigen Absturz retten. Auf diese Weise sollten Mittel in Höhe von fast 2,5 Milliarden Euro zur Galileo-Finanzierung frei werden. Verkehrskommissar Jacques Barrot werde entsprechende Pläne an diesem Mittwoch in Brüssel vorstellen.

Mitte 2013 soll das Navigationssystem, das die EU unabhängig vom US-Navigationssystem GPS machen soll, starten. Für den kompletten Aufbau des Systems mit seinen 30 Satelliten veranschlage die Behörde rund 3,4 Milliarden Euro, berichtet die Zeitung weiter. Davon seien bereits eine Milliarde Euro im EU-Finanzrahmen eingeplant. Weitere 2,1 Milliarden Euro sollen nun aus den Posten Landwirtschaft und allgemeine Verwaltungsmittel kommen. Die restlichen 300 Millionen Euro würden über das EU-Forschungsrahmenprogramm zur Entwicklung des europäischen GNSS-Programms (Global Navigation Satellite System) finanziert. (dpa/tc)

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