Satelliten-TV: RTL, Sat1, Pro7 bald nur noch gegen Bares

Mittwoch den 29.03.2006 um 12:18 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Fernsehzuschauer, die ihr Programm via Astra-Satellit empfangen, müssen sich darauf einstellen, dass sie zumindest einige private Sender bald nur noch gegen Bezahlung sehen können. Im Gegenzug locken neue Features wie interaktives Fernsehen, Zusatzinformationen zum gerade laufenden Programm und Entertainment-on-demand. Für über 16 Millionen Fernsehzuschauer in Deutschland öffnet sich damit die Tür zu einer neuen Welt, allerdings nur gegen Bares. PC-WELT gibt einen Überblick.
Die privaten TV-Anbieter in Deutschland haben ein Problem: Die Werbeinnahmen stagnieren oder sind sogar rückläufig, dem werbefinanzierten Fernsehen droht das Geschäftsmodell verloren zu gehen. Also schauen sich RTL, ProSiebenSat.1 und Co. nach neuen Einnahmequellen um. Die Rettung sollen - zumindest beim via Satellit verbreiteten Fernsehen - neue TV-Dienstleistungen wie Pay-TV, Entertainment-on-demand und Interaktivität bringen. Dafür müssen die bisher unverschlüsselt ausgestrahlten Programme allerdings verschlüsselt werden. Die technische Basis dafür stellt die SES Astra-Tochter Astra Platform Services (APS) in Unterföhring zur Verfügung. Für Logistik, Vermarktung und Service gründet SES Astra eine neue Tochterfirma.

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind nach dem derzeitigen Stand der Dinge übrigens nicht mit an Bord. Sie können neben den Werbeeinnahmen auch auf die von der GEZ eingetriebene Rundfunkgebühr zählen. Damit ist der finanzielle Druck durch wegfallende Werbeinnahmen für ARD, ZDF und die Dritten nicht so gravierend wie für die ausschließlich durch Werbung finanzierte private Konkurrenz.

Außerdem werden zumindest zum Starttermin der Verschlüsselung nicht alle privaten Sender betroffen sein. Einige der Privaten haben nämlich noch nicht entschieden, ob das neue Geschäftsmodell für sie relevant oder zum Starttermin schon umsetzbar ist. Die großen Namen wie RTL, Sat1 und Pro 7 setzen allerdings auf die Verschlüsselung.

Mittwoch den 29.03.2006 um 12:18 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
102144