28.11.2008, 12:58

pte

Sanyo-Deal gefährdet

Panasonic drosselt Gewinnprognose um 90 Prozent

Der weltweit größte Hersteller von Unterhaltungselektronik Panasonic hat seine Gewinnprognose dramatisch gesenkt.
Das bis Ende März 2009 laufende Geschäftsjahr stehe angesichts der Konjunkturflaute düsteren Aussichten gegenüber, weshalb Panasonic um bis zu 90 Prozent geringere Erlöse befürchtet als bislang angenommen. Wie das Unternehmen bekannt gab, werde sich der Gewinn nur auf rund 30 Milliarden Yen (250 Mio. Euro) belaufen. Noch im Oktober hatte Panasonic eine Gewinnerwartung von 310 Milliarden Yen und damit einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr bestätigt. Darüber hinaus droht die geplante Übernahme des Konkurrenten Sanyo zu scheitern. Der Großaktionär Goldman Sachs hat die Gespräche vorläufig abgebrochen.
"Dass sich Panasonic weiterhin in den schwarzen Zahlen bewegt, ist eigentlich als positive Entwicklung zu bewerten und der niedrigere Gewinn ist kein Anlass zur Beunruhigung. So ist Panasonic entgegen dem Branchentrend noch immer profitabel und erzielt Gewinne", meint Panasonic-Sprecher Peter Weber. Entsprechend seien keine harten Einschnitte wie etwa Stellenabbau zu erwarten. "Wir steuern schon seit Jahren gegen den Strom und sind sozusagen der Einäugige unter den Blinden. Dass Panasonic Gewinne erzielt, ist Resultat aus den Maßnahmen, die bereits in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden", erklärt Weber.
Die drastische Senkung der Gewinnprognose sei vorwiegend mit dem starken Yen begründet, den eine Reihe multinational tätiger Konzerne zu spüren bekomme. So sei auch die japanische Automobilindustrie von der starken Währung betroffen. Zudem werde die Panasonic-Prognose angesichts der Wirtschaftsflaute von einem rückläufigen Absatz im Bereich Unterhaltungselektronik gedrückt. Mit der ersten Senkung der Gewinnaussichten seit fünf Jahren folgt der Weltmarktführer bei Plasma-TV dem Konkurrenten Sony, dem Finanzkrise, niedrigere Verbraucherausgaben sowie der harte Preiskampf zugesetzt hätten. Die Verhandlungen über eine Übernahme des Konkurrenten Sanyo durch den an sich stabilen Elektronikkonzern wurden unterdessen vom Großaktionär Goldman Sachs mit der Begründung abgebrochen, das Panasonic-Angebot sei zu niedrig. (pte/jp)
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