1907561

Samsung Galaxy S5 ausprobiert

25.02.2014 | 08:47 Uhr |

Samsung hat sein neuestes Flaggschiff Samsung Galaxy S5 der Öffentlichkeit präsentiert. Wir waren live vor Ort und konnten uns das Gerät genauer ansehen. Eine erste Einschätzung zum neuen Top-Androiden.

Aluminium-Gehäuse, nein, wohl zwei Varianten: eine mit Plastik, die andere mit Aluminium. Wasserdicht? Kann sein. 64-Bit-CPU, 3-GB-Arbeitsspeicher und 2K-Display oder wieder Full-HD? Ein Fingerprint-Sensor unter dem Display? Wohl eher nicht, wahrscheinlich im Home-Button. Das sind einige der im Internet rund um das Samsung Galaxy S5 heiß diskutierten Gerüchte. Wir sagen Ihnen, welche Eigenschaften tatsächlich stimmen und was das neue Flaggschiff drauf hat.

Der 5,1 Zoll große Bildschirm ist dank Full-HD sehr scharf und passt dank neuer Technik Kontrast und Helligkeit je nach Umgebungslicht automatisch an
Vergrößern Der 5,1 Zoll große Bildschirm ist dank Full-HD sehr scharf und passt dank neuer Technik Kontrast und Helligkeit je nach Umgebungslicht automatisch an
© Samsung

 
Größeres Display, weiterhin Full-HD

Nein, das Display des Galaxy S5 löst nicht wie bereits zuvor im Internet vermutet in 2K auf. Das ist auch besser so, da eine höhere Auflösung auch einen höheren Stromverbrauch bedeutet, weil der Prozessor mehr rechnen muss. Und weil bei der "kleinen" Bildschirmgröße von 5,1 Zoll Full-HD (1920 x 1080 Pixel) völlig ausreicht, um Inhalte scharf anzuzeigen.

Der Super-AMOLED-Screen ist sehr scharf und zeigt knackige Farben an. Außerdem passt der Bildschirm dank der Adaptive-Display-Technik jetzt die Helligkeit sowie den Kontrast je nach Umgebung an, um das bestmögliche Bild darzustellen. Apropos Helligkeit: Das Display soll laut Samsung eine Leuchtkraft von 500 cd/m² bieten, was allerdings für einen AMOLED-Screen sehr hoch wäre - erst ein Test zeigt, wie hoch die Helligkeit tatsächlich ist. Darüber hinaus kann er die Helligkeit bis auf 2 cd/m² herunterregeln, was einerseits Strom spart und andererseits bei Dunkelheit die Augen schont.

Das Galaxy S5 ist zwar nicht das schönste Smartphone, ist mit knapp 7,9 Millimetern aber recht schlank
Vergrößern Das Galaxy S5 ist zwar nicht das schönste Smartphone, ist mit knapp 7,9 Millimetern aber recht schlank
© Samsung

 
Wieder nur Kunststoff, dafür wasserdicht

Weil Plastik als Hülle für ein Highend-Smartphone nicht unbedingt passend ist, war die Hoffnung groß, dass beim neuen Galaxy S5 endlich Aluminium verbaut wird. Samsung bleibt seiner Linie treu und setzt weiterhin auf Kunststoff. Die Rückseite ist gummiert, weshalb sich das Gerät angenehm anfasst. Schick ist allerdings anders, denn auf die Punkte-Musterung und die Kamera-Ausbeulung hätten die Koreaner verzichten können. Von vorne sieht das Galaxy S5 seinem Vorgänger sehr ähnlich - keine Design-Innovation.

Wearables: Gear 2, Gear 2 Neo und Gear Fit auspobiert

Gut sieht das S5 zwar nicht aus, dafür ist es nach der Norm IP67 wasser- und staubdicht. Dabei versteckt Samsung seine Slots für eine Micro-SD- und SIM-Karte nicht hinter Abdeckklappen wie Sony beim Xperia Z2, sondern setzt weiterhin auf eine abnehmbare Rückseite, unter der sich die genannten Slots befinden. Das ist deutlich komfortabler, als immer beim Akkuladen die Klappen zu öffnen. Übrigens ist der Akku weiterhin wechselbar.
 
1-GB-Download in 30 Sekunden

Das Samsung Galaxy S5 ist stark, sogar sehr stark. Unter der Haube sitzt nämlich eine Quadcore-CPU, die mit 2,5 GHz pro Kern taktet. Unterstützt wird sie von einem 2 GB großen RAM-Speicher. Zwar haben wir noch keine Benchmark-Ergebnisse, allerdings erwarten wir erfahrungsgemäß eine hohe Punktzahl.

Samsung Galaxy S5: Die Funktionen im Video

Im Internet surfen Sie via LTE der Kategorie 4, womit maximal 150 Mbit/s im Download möglich sind. Zudem besitzt das Galaxy S5 WLAN-AC für schnelle Datenverbindungen. Jetzt kommt der Clou: Mit der Funktion "Download Booster" aktivieren Sie LTE und WLAN gleichzeitig, um Daten mit Maximal-Speed aus dem Netz herunterzuladen. Samsung sagt, dass ein etwa 1 GB großer Film in 30 Sekunden bereits vollständig auf dem Smartphone gespeichert wird. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Provider nur begrenzte LTE-Datenvolumen anbieten, weshalb Ihr Highspeed schnell aufgebraucht sein würde.
 
Fingerabdrucksensor im Home-Button

Samsung integriert einen Finger-Scanner im Home-Button des Galaxy S5 genau wie es Apple bereits im iPhone 5s macht. Mit Ihrem Fingerabdruck können Sie aber nicht nur das Smartphone entsperren, sondern auch auf Webseiten und in Online-shops per PayPal bezahlen. In unseren ersten Tests funktionierte der Scanner gut und zuverlässig. Er erkennt unseren gespeicherten Finger sofort und entsperrt den Bildschirm. Der Unlock klappt jedoch nicht so komfortabel wie beim iPhone 5s, in dem der Nutzer den Button drückt, den Finger kurz darauf hält, woraufhin der Screen entsperrt.
 
16 Megapixel bei größerem Bildsensor

Die Kamera im neuen Galaxy-Flaggschiff löst jetzt mit 16 Megapixel auf. Zusätzlich spendiert Samsung dem Galaxy S5 einen größeren Bildsensor - Ergebnis: Hellere und schärfere Fotos. Der integrierte Autofokus soll der derzeit schnellste in einem Smartphone sein, da er laut Samsung in nur 0,3 Sekunden fokussiert. Neu ist auch der "Selective Focus", mit dem Sie nahe Objekte scharf stellen, während der Hintergrund in Unschärfer verschwindet, wodurch sich sehenswerte Bilder ergeben. Eine ähnliche Funktion gibt es auch im Konkurrenten Sony Xperia Z2.

Samsung Galaxy S5 im Hands-on-Video

 
10 Prozent Akkuladung für 24 Stunden

Unter der abnehmbaren Rückseite befindet sich wie gewohnt der wechselbare Akku, der jetzt eine Kapazität von 2800 mAh gegenüber den 2600 mAh des Vorgängers bietet. In der Praxis werden Sie damit etwa 1,5 Tage bei normaler Nutzung auskommen - die genaue Laufzeit wird erst der ausführliche Test zeigen. Übrigens können Sie das Galaxy S5 kabellos aufladen, da es „Wireless Charging“ unterstützt.

Weil der Akku oft in den unpassendsten Momenten schlapp macht, in denen Sie unbedingt erreichbar sein müssen, hat Samsung eine neue Stromsparfunktion namens "Ultra Power Saving Mode" im Galaxy S5 untergebracht. So radikal hat noch kein Feature die Leistung und den Stromverbrauch gedrosselt. Aktivieren Sie nämlich diesen Modus, so schaltet das Smartphone alle Verbindungen bis auf 3G ab, stellt alle Farben auf Schwarz-Weiß um und zeigt keinen normalen Homescreen mehr an. Samsung verspricht, dass bei einer zehnprozentigen Akkuladung so noch 24 Stunden im Standby-Modus möglich sind. In der Zeit sind Sie telefonisch oder per SMS erreichbar, weitere Verbindungen wie Gmail oder Internet können Sie zusätzlich einstellen.

Mit der verbesserten App S-Health überwachen Sie jetzt noch einfacher und exakter Ihre Gesundheit und Ihre Fitness
Vergrößern Mit der verbesserten App S-Health überwachen Sie jetzt noch einfacher und exakter Ihre Gesundheit und Ihre Fitness
© Samsung

 
Gesundheit und Fitness besser überwachen

Die Samsung-Applikation S-Health dient besonders zur Kontrolle der eigenen Gesundheit und der Fitness. Denn schon im Galaxy S4 zeichnete sie die Schritte auf, zeigte die Raumtemperatur an und speicherte Ihre Mahlzeiten.

Beim Galaxy S5 kommt jetzt ein weiteres Highlight hinzu: Unter der Kamera auf der Rückseite befindet sich ein Herzfrequenzmesser. Wählen Sie in der Anwendung S-Health „Herzfrequenz“ aus, scannt das Smartphone Ihren Herzschlag, wenn Sie einen Finger auf den Pulsmesser legen. Theoretisch können Sie so auf Ihr-Fitnesszubehör oder speziell auf Pulsmesser verzichten. Allerdings stellen wir uns in der Praxis den Umgang mit dem Smartphone vor allem während des Sport schwierig vor, denn wer holt immer erst das Gerät aus der Tasche, startet die App, legt den Finger auf die Rückseite des Geräts und wartet einige Sekunden?

, Das Galaxy S5 wird zum Marktstart in insgesamt 4 Farben erscheinen, unter anderem in Blau
Vergrößern , Das Galaxy S5 wird zum Marktstart in insgesamt 4 Farben erscheinen, unter anderem in Blau
© Samsung

 
Erstes Fazit zum Samsung Galaxy S5

Um auf dem Smartphone-Markt hervorzustechen, bedarf es heutzutage mehr als nur Top-Hardware. Klar, das Galaxy S5 ist mit der neuesten und stärksten Hardware ausgestattet, Samsung legt aber eher Wert auf interessante Zusatzangebote sowie innovative Features. Dazu gehören der Finger-Scanner sowie der Herzfrequenzmesser. Zwar erfüllen die beiden Funktionen eine wichtige Aufgabe – Sicherheit und Überwachen der Gesundheit – trotzdem sind das eher Techniken, die in der Praxis wahrscheinlich nie zum Einsatz kommen. Sie sollen eher als Kaufanreiz dienen. Die Software-Funktionen „Private Mode“ und Kids Mode“ wurden zwar von Samsung als interessantes Merkmal des S5 genannt. Allerdings gibt es solche Programme bereits  auf vielen anderen Smartphones. Ein cleveres und nützliches Feature ist dafür der neue Stromsparmodus für stetige Erreichbarkeit auch bei niedriger Akkuleistung.

Vom Design des Galaxy S5 sind wir allerdings enttäuscht, weil wir uns eine neue Optik gewünscht hätte – gerne auch mit Aluminium. Stattdessen gibt es Kunststoff mit gummierter Oberfläche und einer nicht besonders schicken Punkte-Musterung.

Das Samsung Galaxy S5 wird am 11. April 2014 in insgesamt 4 Farben in Deutschland erscheinen. Einen Preis hat Samsung noch nicht genannt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1907561