86330

Samsung-DRAMs im 50nm-Prozess

19.10.2006 | 16:45 Uhr |

Samsung Electronics hat die weltweit ersten DDR2-Speichermodule produziert, bei denen ein 50nm-Herstellungsprozess die Basis bildet. Ein bedeutender Meilenstein und sehr wichtig vor dem Hintergrund der bevorstehenden Einführung von Microsofts Windows Vista.

Erste DDR2-Chips in 50nm-Fertigung sind jetzt dem Hersteller Samsung gelungen. Für die gewaltigen Verbesserungen bei der Produktion verantwortlich sind mehrere Änderungen am Chip-Design, so das Unternehmen. Etwa der Einsatz eines speziellen 3D-Transistors, der "Selective Epitaxial Growth Transistor (SEG tr)" genannt wird und den Energiebedarf der Chips reduziert und auch deren Leistung erhöht.

Obwohl der weltgrößte DRAM-Hersteller Samsung die 50nm-Technologie nicht vor 2008 in der Massenproduktion einsetzen wird, ist diese Entwicklung ein Hinweis darauf, dass Speicherchip-Hersteller sich auf den Übergang zu Vista vorbereiten - Marktanalysten von Gartner erwarten nämlich, dass Speicherchips dann eine noch bedeutendere Rolle in den Überlegungen von PC-Herstellern und Nutzern spielen werden.

Microsoft selbst hat bereits Empfehlungen für Hardware-Hersteller herausgegeben, die an Vista-fähigen PCs oder Laptops schrauben. Systeme mit 512 MB werden demnach ein "Windows Vista Capable PC"-Logo erhalten. PC-Systeme mit 1 GB werden sogar das "Windows Vista Premium Ready"-Logo bekommen, das nach Ansicht von Microsoft eine "noch viel bessere" Anwender-Erfahrung bieten wird.

PC-Hersteller ihrerseits haben damit begonnen, die PC-Systeme mit mehr DRAM auszustatten, um sicherzustellen, dass sie Vista-fähig sind. Eine Art Rückversicherung für Nutzer, damit sie nicht schon kurz nach dem Kauf eines PCs - und dem offiziellen Launch von Vista - mit einem veralteten System dastehen. "Die meisten 'Vista-ready'-PCs haben 1 GB an DDR2, und die 'Consumer-PCs' gewöhnlich 2GB," so Ben Tseng, Vice President beim DRAM-Hersteller Promos Technologies Inc. Die Maßnahmen von PC-Herstellern - neue Systeme Vista-fähig zu machen -, haben bereits Wirkung gezeigt: Im Durchschnitt waren 800 MB DRAM an Bord jedes PCs (im dritten Quartal). Und Promos erwartet, dass der Wert pro PC auf 900 MB im vierten Quartal steigen wird.

Falls sich Nutzer entschließen, Vista fähige PCs zeitnah (zum Start) zu kaufen, könnte DRAM zum Problem werden. Speicherchip-Hersteller haben sich in den vergangenen Jahren nämlich mehr darauf konzentriert, den wesentlich lukrativeren Markt für NAND-Speicher aufzubauen, aufgrund der hohen Nachfrage nach iPods, Digitalkameras und anderen Geräten, die diese Speicherart nutzen. Erst rasche Preiserhöhungen für DDR2 in den letzten Monaten lenkten dann die Aufmerksamkeit wieder auf DRAM - eigentlich fast schon zu spät, da es für gewöhnlich mehr als ein Jahr dauert, um eine DRAM-Fabrik hochzuziehen, und diese Milliarden kostet. Der beste Weg die Chip-Produktion zu erhöhen, ohne eine Fabrik aus dem Boden stampfen zu müssen, ist es, den Herstellungsprozess zu schrumpfen, wie Samsung es etwa mit den 50nm plant. Die 50nm-Technologie wird die Effizienz (in der Produktion) vorrausichtlich um rund 55 Prozent steigern (gegenüber einem 60nm Prozess) und die Kosten pro Chip natürlich senken. Gegenwärtig sind die meisten DRAM-Hersteller bei 90nm für das Gros ihrer Herstellung, einige haben mittlerweile aber auch auf 80nm und 70nm umgeschwenkt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
86330