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IBM ermöglicht Kollaboration in virtuellen 3D-Welten

05.09.2008 | 13:24 Uhr |

IBM Research hat die Integration der Kollaborations-Software Sametime in 3D-Welten wie OpenSim-Umgebungen bekannt gegeben.

Das Projekt "Sametime 3D" ist dazu gedacht, die Vorteile virtueller Welten für die integrierte Kommunikation von morgen zu erschließen. "Mehrere Medien und Datenquellen können in der 3D-Welt sehr gut integriert werden", erklärt Dirk Husemann vom IBM Forschungslabor Zürich. Vorteile wie eine intuitiv übersichtliche Darstellung und längere Datenverfügbarkeit sollen klassische Video- oder Telefonkonferenzen in den Schatten stellen.

Wesentliche Vorteile von Sametime 3D ortet Husemann bei der Nutzerfreundlichkeit. "Es ist deutlich einfacher, einen OpenSim- oder Second-Life-Client zu starten als eine Videokonferenz", meint der Forscher. Ein aktuelles Notebook mit einigermaßen guter WLAN-Verbindung reicht aus, um an Meetings in virtuellen Konferenzräumen teilzunehmen. Dabei eröffnen sich auch neue Möglichkeiten. "Beispielsweise kann man OpenOffice-Präsentationen leicht in virtuelle Welten laden", sagt Husemann. Bei Videokonferenzen sei die sinnvolle Darstellung von Präsentationen dagegen problematisch. Ein weiteres Plus sieht der Forscher in der Möglichkeit, nach Ende einer Besprechung virtuelle Konferenzräume inklusive der gezeigten Daten bestehen zu lassen. Damit könnten Teilnehmer nachträglich einfach in der 3D-Welt nachsehen, wenn sie Detailinformationen brauchen.

Die Forscher sind bestrebt, die Möglichkeiten von Sametime 3D noch zu erweitern. "Wir arbeiten derzeit an einer Sprachintegration", nennt Husemann ein Beispiel. Gegenüber Telefonkonferenzen verspricht das mehrere Vorteile. Erstens wäre in einer virtuellen Welt leicht anzuzeigen, wer gerade spricht, so der Forscher. Außerdem könnten Zuhörer bei Bedarf über das Avatar-Profil Informationen wie beispielsweise Name, Standort oder Funktion des Sprechers abrufen. Doch auch abseits von klassischen Konferenzen versprechen virtuelle Meetings Erleichterungen. "Es wird möglich, sich schnell und gemeinsam Überblick über den Zustand von Systemen zu verschaffen", erklärt Husemann. Die 3D-Darstellung sei intuitiver und übersichtlicher als Zahlentabellen. So könne man zum Beispiel andenken, reale Städte virtuell darzustellen, reale Städte virtuell darzustellen, um Parameter wie beispielsweise die Luftverschmutzung einfach sichtbar zu machen.

IBM-intern kommt Sametime 3D schon in Pilotversuchen zum Einsatz, so Husemann. Dabei werde unter anderem der tatsächliche Bedarf an Rechner-Ressourcen untersucht. "Mit interessierten Kunden diskutieren wir bereits über externe Pilotprojekte", so der Forscher. Dabei müssen Anforderungen und technische Details geklärt werden. Das könnte zum Beispiel eine Anbindung an von Unternehmen genutzte Plattformen für virtuelle Welten umfassen. IBM setzt bei Sametime 3D die Open-Source-Plattform OpenSim ein. Sie sei gut skalierbar sowie sehr modular und böte außerdem viele Freiheiten, so Husemann. Daher habe sie großes Potenzial auf einen verbreiteten Einsatz. "OpenSim könnte das Apache der virtuellen Welt werden", meint der Forscher. (pte/jp)

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