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Weltweit erste Filmpremiere am Handy

06.09.2009 | 14:38 Uhr |

Mit "Rage", dem neuesten Werk der britischen Filmemacherin Sally Potter, steht die weltweit erste mobile Uraufführung eines Spielfilms bevor. Beginnend am 21. September wird der Streifen in sieben Episoden an sieben aufeinanderfolgenden Tagen für Handynutzer verfügbar gemacht. Die Veröffentlichung wird über die Mobile-Content-Plattform Babelgum abgewickelt, wie das Portal und die Filmemacher mitteilen.

Für iPhone und iPod stehen dazu kostenfreie Applikationen zur Verfügung. Neben Großbritannien und den USA ist die mobile Premiere von Rage zum gleichen Zeitpunkt auch in Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland abrufbar.

"Durch die Eingliederung neuer Medien und Vertriebswege ist im Filmgeschäft schon mit kleinen Mitteln viel erreichbar", meint ein Experte der deutschen Filmwirtschaft auf Nachfrage von pressetext. Die multimediale Rage-Premiere könne daher ein mögliches Vorbild für weitere Produktionen liefern. "Gerade dadurch, Filme für Handynutzer verfügbar zu machen, steht den Filmschaffenden eine enorme potenzielle Audienz offen. Allerdings muss das Publikum bereits im Vorfeld der Erstaufführung erreicht werden", gibt der Fachmann zu bedenken. Darüber hinaus seien Filmschaffende somit erwartungsgemäß wohl noch stärker von Filmförderungen angewiesen als ohnehin der Fall. Durch mobile oder internetbasierte Releases Einnahmen zu erzielen, dürfte sich derzeit noch als relativ schwierig gestalten.

Im Fall von Rage steht neben dem Handy-Release jedoch noch eine Reihe weiterer, mitunter kommerzieller Veröffentlichungen an. So wird es abseits der Nutzung neuer Medien am 24. September auch einen traditionellen Termin auf dem roten Teppich geben. Nur vier Tage danach steht ein Online-Release über Babelgums Internetplattform auf dem Programm. In den USA sowie Großbritannien und Irland wird Rage in dem gleichen Zeitraum auch auf DVD veröffentlicht.

Der Film mit Jude Law, Judi Dench und Steve Buscemi erzählt den Angaben zufolge eine Behind-the-Scenes-Geschichte einer Modenschau in New York anhand einer Reihe von Interviews, die von einem Schuljungen in einem Sieben-Tage-Zeitraum mit dem Mobiltelefon aufgezeichnet werden. "Neue Medienplattformen in unsere Release-Strategie für Rage zu berücksichtigen, war von Beginn an vorgesehen, um einen neuen Ansatz zu finden, den Film sowohl an ein neues als auch das traditionelle Filmpublikum zu bringen", erklären die Macher. (pte)

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